Chronik

St. Johann: Stadtentwicklung mit offenem Ende

Ob ein neues Konzept für den Verkehr, eine mögliche Hängebrücke zwischen St. Johann und Alpendorf - vieles ist noch nicht fix. Konsens wird gesucht.

Das Interesse der St. Johanner Einwohner am "Masterplan" zur Stadtentwicklung war enorm und das Kongresshaus Am Dom bis auf die letzten Plätze gefüllt. Die Ergebnisse eines zweijährigen Prozesses wurden vergangene Woche präsentiert.

Im Mittelpunkt des Masterplans steht die künftige Zentrumsentwicklung samt einem Verkehrskonzept. Dazu gab es bekanntlich eine neue Entwicklungschance durch den Abriss des alten "Wenninger-Hauses", die Pongauer Nachrichten haben mehrmals darüber berichtet. Die Dornbirner Firma ISK Institut präsentierte diesen Masterplan über zwei Stunden, danach konnten Interessierte bei einzelnen Schwerpunkt-Stationen nachfragen, um noch nähere Informationen einzuholen.

"Die größte Herausforderung ist für uns derzeit die Abwicklung des neuen Post-Areals", so Amtsleiter Andreas Viehhauser: "Wir sind derzeit mit drei Architekten dabei, dass wir zum städtebaulichen Gesamtkonzept ein sogenanntes Post-Areal entwickeln." Einbezogen werden hier neben dem Wenninger-Haus-Areal das Postgebäude, die Raika, Teile des Maria-Schiffer-Platzes und größerer Straßenraum. "Ein - im Bereich der Post - sensibler Bereich, da hier auch Kabel der Luftraumüberwachung betroffen sind." Ein Konzept dazu soll bis Ende des Jahres verabschiedet werden. Das gesamte städtebauliche Entwicklungskonzept wird im zweiten Quartal 2019 präsentiert und im Jahr 2020/2021 umgesetzt. Zur Verkehrsentwicklung gab es eine Machbarkeitsstudie für eine Tiefgarage im Berg, die nicht umgesetzt werden kann. Hier entstehen aber eben derzeit neue (Garagen-)Pläne für das Post-Areal, wo auch Wohnungen, Handelsflächen und Gastronomie integriert werden sollen.

Ein bewegender Punkt der Stadtentwicklung ist das künftige Konzept für den Hahnbaum. Präsentiert wurde nur das Sommerkonzept. Der ursprüngliche Vorschlag, den Betrieb des Doppelsesselliftes am Hahnbaum einzustellen und durch einen kürzeren Schlepplift zu ersetzen, brachte bekanntlich viel Widerstand. Der Hausberg soll nach den vorgestellten Plänen besonders für Einheimische durch sanften Tourismus attraktiv gemacht werden.

Dem kurzen Auftritt von Stefan Zerza von der Bürgerinitiative Pro Hahnbaum folgte heftiger Applaus: "Es geht uns darum, dass wir einen Sesselliftbetrieb für den Sommer am Hahnbaum und ein attraktiveres Angebot einfordern, als derzeit vorgesehen. Wünschenswert wäre mehr Kommunikation mit den dortigen Grundeigentümern. In unserem Team ist nun auch der Tourismusverband. Wir wollen dort keinen Massentourismus, aber eine stärkere Belebung des Naherholungsgebietes."

Michael Rieder, Betriebsleiter der Eisriesenwelt und Mitglied der Initiative Pro Hahnbaum, und Wolfgang Hettegger von den Alpendorf-Bergbahnen prüften letzte Woche dazu gemeinsam die technischen Möglichkeiten für eine Weiterführung des alten Doppelsesselliftes: "Die Anlage ist jetzt 42 Jahre alt. Es gibt eine Möglichkeit, hier mit mittlerem Aufwand zu investieren", so Rieder. Enttäuscht zeigten sich einige Besucher nach der Präsentation (siehe auch Leserbrief): "Hier wurden mit viel Aufwand Ziele bzw. Maßnahmenschritte gesetzt. Aber wo sind die konkreten Umsetzungsmaßnahmen für die nähere Zukunft?", war einer der häufigsten Kritikpunkte. Mario Janska: "Das ist kein Masterplan. Für den Hahnbaum sind viel zu wenig Attraktionen vorgesehen. Das sogenannte neue Wanderwegenetz gibt es schon. St. Johann schickt zu viele Touristen weg und wird das mit diesem Konzept weiterhin tun."

Der St. Johanner Unternehmer Hannes Schwaiger: "Die Präsentation der Stadtentwicklung sehe ich sehr positiv, aber von der Einfachheit des Sommerkonzeptes für den Hahnbaum bin ich schwer enttäuscht. Vieles finden Erholungssuchende dort ja bereits jetzt schon vor."


Aufgerufen am 12.12.2018 um 05:53 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/st-johann-stadtentwicklung-mit-offenem-ende-28853329

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