Chronik

Staatsanwaltschaft meldet Berufung gegen Freispruch für Salzburger Gerichtsgutachter an

Anklage hatte psychologischem Gutachter in Familienrechtssachen angelastet, in 13 Fällen falsche Befunde erstellt haben.

Symbolbild.  SN/sn
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Der Freispruch für einen ehemaligen Gerichtsgutachter vom Vorwurf einer falschen Beweisaussage in der Vorwoche am Landesgericht Salzburg ist nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft bringt eine Nichtigkeitsbeschwerde ein. Laut Anklage soll der selbstständige Psychologe in den Jahren 2005 bis 2008 in Obsorge- und Pflegschaftsverfahren insgesamt 13 falsche Gutachten und Befunde erstellt haben.

"Die Staatsanwaltschaft hat Rechtsmittel wegen Nichtigkeit und Schuld angemeldet", sagte der stellvertretende Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, Robert Holzleitner, auf Anfrage der APA. Nach dem Freispruch am 18. September hatte ein Gerichtssprecher erklärt, dass sich der Vorwurf laut der Richterin weder in subjektiver noch in objektiver Hinsicht nachweisen habe lassen.

Dem Angeklagten war zur Last gelegt worden, in Verfahren an Bezirksgerichten, in denen es etwa um Besuchs- und Obsorge-Regelungen für Kinder nach der Trennung der Eltern ging, "fallunabhängig willkürlich diagnostische Erhebungsverfahren aufgelistet" zu haben. So soll der Mann in zentralen Teilen seiner Gutachten immer wieder die gleichen Textbausteine verwendet haben. Der Beschuldigte, der bis Ende 2009 als Sachverständiger tätig war, hatte die Anschuldigungen gegen ihn stets zurückgewiesen.

Quelle: SN, Apa

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