Chronik

Stadt Salzburg schnürt großes Schutzkonzept für den Kapuzinerberg

Die Steinschlag- und Murenschutznetze im Bereich des Nordhangs sollen erneuert und erweitert werden. Zudem sieht das Konzept eine Stärkung des Schutzwaldes vor. "Die Sicherheit vor Steinschlägen und Naturgefahren am Fuße des Kapuzinerberges wird wesentlich verbessert," heißt es.

Kombinierte Steinschlag- und Murenschutznetze auf dem Kapuzinerberg.  SN/stadt salzburg/wlv/alexander stoiser
Kombinierte Steinschlag- und Murenschutznetze auf dem Kapuzinerberg.

Felswände und Steilhänge des Kapuzinerbergs ragen in den Siedlungsraum der Stadt Salzburg. Dieser ist immer wieder durch Steinschläge oder herabstürzende Bäume gefährdet. Noch gut in Erinnerung ist der Felssturz auf das Stadtarchiv im Jänner 2021. Bestehende Schutzmaßnahmen gegen Steinschlag und Hangmuren wurden stark in Mitleidenschaft gezogen bzw. teilweise zerstört. Nun werden die Schutzeinrichtungen im Bereich des Nordhangs erneuert.

Die Gesamtkosten des Projektes liegen bei 3 Mill. Euro

Stadträtin Martina Berthold: "Ergänzend zur laufenden Arbeit der Salzburger Bergputzer, steht nun ein großes Schutzprojekt am Kapuzinerberg an." Noch im Dezember beschloss der Bauausschuss ein umfassendes Projekt zum Schutz des Siedlungs- und Wirtschaftsraumes. Auch gefährdete Infrastruktureinrichtungen und Verkehrsanlagen am Nordabhang des Kapuzinerberges werden durch neue Schutzmaßnahmen speziell gesichert. Die Gesamtkosten betragen 3 Millionen Euro. 900.000 Euro werden von der Stadtgemeinde Salzburg beigesteuert. Die übrigen Kosten übernehmen Bund und Land.

Experten bestimmten das künftige Gefährdungspotenzial

Der Kapuzinerberg ist in einzelne Gefahrenzonen eingeteilt. Aufbauend darauf haben die Experten die Schutzmaßnahmen detailliert. Dabei wurden Steinschläge und Hangmurenabgänge analysiert und ein zukünftiges Gefährdungspotenzial bestimmt. "Durch die Kombination von technischen und forstlich biologischen Maßnahmen wird die Sicherheit vor Steinschlägen und Naturgefahren am Fuße des Kapuzinerberges wesentlich verbessert", sagt Anton Pichler von der Wildbach- und Lawinenverbauung.

Bis 2041 soll der Schutzwald Schritt für Schritt gestärkt werden

Im Einzelnen sollen die Steinschlag- und Murenschutznetze erneuert und erweitert werden. Gleichzeitig wird bis 2041 der bestehende Schutzwald Schritt für Schritt gestärkt. Der gesamte Kapuzinerberg ist Landschaftsschutzgebiet. Als unter Naturschutz stehende Biotope wurden an der Südwestseite des Kapuzinerberges ein Tümpel und ein kleiner Bach sowie zwei Amphibienwanderstrecken ausgewiesen. Der Zeitplan sieht die Errichtung und Erweiterung der Steinschlag- und Murenschutznetze von 2022 bis 2026 vor. Von 2022 bis 2041 sind forstlich, biologische Maßnahmen zur Stabilisierung des Schutzwaldes vorgesehen.

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