Chronik

Stadt Salzburg: Seniorenheime richten "Plauderecken" für Besuche ein

Noch wurde in den sechs Heimen keine Corona-Infektion nachgewiesen. Während die Durchtestung läuft, werden die ersten Schritte der Öffnung geplant.

Bald sind auch im Seniorenwohnheim Hellbrunn wieder Besuche möglich. SN/robert ratzer
Bald sind auch im Seniorenwohnheim Hellbrunn wieder Besuche möglich.

Die sechs selbstgeführten Seniorenheime der Stadt Salzburg mit rund 700 Bewohnerinnen und 650 Mitarbeiterinnen sind seit Beginn der Coronakrise frei von diesem Virus. Die völlige Durchtestung ist gerade im Laufen, für zwei der sechs Heime liegt das Ergebnis bereits vor: "100 Prozent negativ", berichtete Sozialstadträtin Anja Hagenauer (SPÖ) am Donnerstag bei einem Mediengespräch.

Beim dritten Heim sei die Auswertung fast abgeschlossen - und auch dort sei bisher kein einziger Fall vorgekommen. Damit das so bleibt, werde die Stadt Salzburg sehr behutsam mit der schrittweisen Rückkehr zur Normalität vorgehen. Man sei auch der erste Betreiber im Bundesland gewesen, der ein absolutes Besuchsverbot eingeführt hat, erst später seien andere Träger oder die Landeskliniken gefolgt, sagte Hagenauer.

"Plauderecken" ermöglichen Besuche

Ab Montag werden in den sechs Heimen sogenannte getrennte Besuche wieder möglich sein. Dafür wurden Rahmenvorgaben für alle Einrichtungen ausgearbeitet, die dann um individuelle Maßnahmen - auf jedes Haus abgestimmt - ergänzt werden, schilderte Christoph Baumgärtner, der Leiter der städtischen Heime. So sei etwa in einem Haus die Portierloge extra dafür adaptiert worden. Sowohl Bewohner als auch Besucher werden von Mitarbeitern begleitet, vor dem Treffen müssen sie sich Hygienemaßnahmen unterziehen, wie etwa Desinfektion der Hände und Anlegen von Schutzmasken. Vorerst wird es Besuche nur im Innenbereich geben, wobei die dafür geschaffenen Räumlichkeiten nun "Plauderecke" genannt werden und nicht mehr "Besuchsboxen". Ein Besuch ist nur nach Voranmeldung und Terminvereinbarung möglich und wird mit 45 Minuten beschränkt. Danach wird der Besucherbereich für den nächsten Gast vorbereitet.

Weitere Maßnahmen in Planung

Geplant sind auch Besuche im Freien, darüber werde man sich in der kommenden Woche mit dem Land abstimmen. Schritt für Schritt wolle man dann weitere Maßnahmen setzen, um nach und nach den gewohnten Alltag wieder herzustellen. So gibt es bereits Überlegungen, wie wieder Besuche von Friseurinnen, Fußpflegerinnen oder Physiotherapeutinnen ermöglicht werden können, auch die "Gegenstand-Quarantäne" werde einmal zum Thema. Derzeit dürfen nämlich den Bewohnern keine Gegenstände direkt ausgehändigt werden, sondern erst nachdem diese 72 Stunden in einem Raum aufbewahrt worden sind.

"Manche mögen derart strenge Bestimmungen kritisieren, zum Schutz der Bewohner und der Mitarbeiter sind sie aber gerechtfertigt und notwendig", betonte Hagenauer. Die Heim-Mitarbeiter würden ja täglich die Bilder aus anderen Ländern von völlig chaotischen Zuständen in Pflegeheimen sehen, "so etwas will ich bei uns allen ersparen".

Quelle: APA

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