Chronik

Stadt Salzburg will Schulen für Eltern-Autos sperren

Dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto direkt bis zum Schuleingang fahren und dort wieder abholen, soll aufhören. Die Stadt will Fahrverbote erlassen.

Symbolbild. SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Symbolbild.

Jedes fünfte Kind in Österreich wird laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) mit dem Auto zur Schule gefahren. Für die Stadt Salzburg heißt das: Bei rund 8000 Kindern in den städtischen Schulen macht das an jedem Schultag 1600 Autofahrten allein in der Früh.

Das wollen SPÖ-Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer und Verkehrsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) nun ändern. "Wir möchten vor möglichst vielen städtischen Schulen und Kindergärten temporäre Fahr- und Halteverbote erlassen." Bei manchen Schulen und Kindergärten seien diese zwar in Kraft, "aber es ist den Leuten völlig wurscht", sagt Hagenauer.

Die Zubringerdienste von Eltern mit dem Auto seien gefährlich und widersinnig: "Vor den Volksschulen Lehen I und II gibt es einen Zebrastreifen, der wird einfach ignoriert. Vor dem Campus Andrä halten die Autos in der Früh verbotenerweise in Zweier- und Dreierreihen. Dem müssen wir einen Riegel vorschieben. Da geht es um die Sicherheit der Kinder", sagt Hagenauer. Und Padutsch ergänzt: "Wir werden uns stadtweit jeden Schul- und Kindergartenstandort ganz genau anschauen."

Vorbild Südtirol

Als Vorbild könnte Südtirol herangezogen werden. Dort gibt es Schulstraßen, die jeden Tag kurz vor Schulbeginn und Schulende gesperrt werden - zwischen 15 und 30 Minuten lang.

In der Stadt Salzburg gebe es ein gutes Öffi-System. Wer seine Kinder zu Fuß in die Schule gehen lasse, ermögliche ihnen Bewegung und das Lernen ihres Schulweges: "Das macht Kinder auch selbstbewusst", sagt Hagenauer.

Hoffen auf Unterstützung der Polizei

Padutsch und Hagenauer ziehen an einem Strang; man werde demnächst eine Besprechung mit Vertretern der anderen Fraktionen sowie mit Beamten und Verkehrspolizisten anberaumen. "Wir hoffen, dass uns die Verkehrspolizei mit entsprechenden Schwerpunktkontrollen zum Wohl der Kinder unterstützten wird", sagt Padutsch.

Er kritisiert zudem, dass auch bereits bestehende "Kiss & Go-Flächen", von denen Schulen fußläufig gut zu erreichen seien, noch zu wenig angenommen würden.

Quelle: SN

Aufgerufen am 21.09.2018 um 05:42 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/stadt-salzburg-will-schulen-fuer-eltern-autos-sperren-17138458

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