Chronik

Statistik verrät: Salzburgs Babys legen an Gewicht zu

Die Neugeborenen werden schwerer und sie werden größer. Mediziner führen das in erster Linie auf die Ernährung der Schwangeren zurück.

Die Landesstatistik hat Salzburgs Babys unter die Lupe genommen. SN/bogdana_severyn - stock.adobe.com
Die Landesstatistik hat Salzburgs Babys unter die Lupe genommen.

3322 Gramm schwer und 51 Zentimeter lang - das sind die Maße eines Salzburger Durchschnittsbabys, das im Vorjahr das Licht der Welt erblickte. Damit ist es im Vergleich zu 2010 um 38,5 Gramm schwerer und um 0,2 Zentimeter länger. Das haben Salzburgs Landesstatistiker unter der Leitung von Gernot Filipp errechnet.

5780 Kinder wurden 2019 von Salzburgerinnen geboren, 3015 Buben und 2765 Mädchen. Die Buben waren im Durchschnitt um 132 Gramm schwerer und 0,6 Zentimeter länger als Mädchen, wobei diese im vergangenen Jahrzehnt stärker aufholt haben.

Das größte Baby mit einer Körperlänge von 60 Zentimetern war 2019 ein Bub aus dem Pinzgau. Hier fehlen vier Zentimeter auf den Spitzenwert (64 Zentimeter) aus dem Jahr 2016 eines Buben aus dem Flachgau und sechs Zentimeter auf den Allzeitrekord eines Mädchens (66 Zentimeter) des Jahrgangs 1966, ebenfalls aus dem Flachgau.

Das schwerste Baby 2019 ist mit 5610 Gramm ein Bub aus dem Pongau. Es ist auch das mit Abstand schwerste Neugeborene der vergangenen zehn Jahre. "An das schwerste Baby unserer Aufzeichnungen seit 1961 kommt das aber nicht heran. Ein Pinzgauer Mädchen des Jahrgangs 1969 brachte beeindruckende 7300 Gramm auf die Waage", so Stefan Senn von der Landesstatistik.

Eine Entwicklung die in den Salzburger Landeskliniken schon länger beobachtet wird. Martin Wald, Leiter der Neonatologie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde: "Grundsätzlich ist das ein Problem unserer Wohlstandbevölkerung." Es gebe einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Gewicht des Kindes und dem Gewicht der Mutter. Soll heißen, wenn die Mutter übergewichtig ist, ist auch die Wahrscheinlichkeit größer, dass das Neugeborene schwerer zur Welt kommt. Auch die Ernährung während der Schwangerschaft sei ein wichtiger Faktor. "Dass Frauen in der Schwangerschaft für zwei essen müssen, hat es vielleicht früher einmal geheißen." Aus medizinischer Sicht gebe es dafür keine Veranlassung. Denn krankhafte Fettleibigkeit entwickle sich langfristig.

Inzwischen gelten, so der Mediziner, Babys mit einem Gewicht zwischen 2820 und 4100 Gramm Geburtsgewicht als normalgewichtig. Laut Weltgesundheitsbehörde liege das durchschnittliche Gewicht derzeit bei rund 3500 Gramm. Die Größe bei Neugeborenen liege im Durchschnitt bei rund 50,025 Zentimeter.

Ein Warnsignal für Thorsten Fischer, Leiter der Gynäkologie und Geburtshilfe in den Salzburger Landeskliniken. "Dicker ist leider nicht besser." Das gelte auch für Neugeborene, die dadurch öfter mit Folgekrankheiten zu rechnen hätten. Mit der rasanten Steigerung des Geburtsgewichtes innerhalb weniger Jahrzehnte habe die Menschheit quasi Evolution außer Kraft gesetzt.

Gründe für die Gewichtszunahme gebe es mehrere. Zum einen nehme etwa die Schwangerschaftsdiabetes bei werdenden Müttern zu, zum anderen steige auch ihr Ausgangsgewicht zu Beginn der Schwangerschaft. Und auch die Tatsache, dass zweite und dritte Kinder mehr wiegen als das Erstgeborene, habe mit den Müttern zu tun. "Oft erlangen Mütter nach der Geburt nicht mehr ihr Ausgangsgewicht.

Zum Thema Nahrungsergänzungsmittel während der Schwangerschaft: "Es gibt keine Zahlen darüber, ob sie etwas mit dem steigenden Gewicht der Neugeborenen zu tun haben", sagt Fischer. Klar aber sei, dass sie in vielen Fällen unnötig seien. "Bei normaler Kost brauchen werdende Mütter diese Zusatzstoffe nicht, mit Ausnahme der Folsäure."

Egal, wie groß und schwer der Nachwuchs ist, der Name begleitet einen durchs Leben. Salzburg liegt bei den beliebtesten Babynamen im Bundestrend. 2019 waren Emma und Maximilian die beliebtesten. 90 Buben (jeder 34ste) wurden Maximilian und 64 Mädchen (jedes 43ste) Emma genannt. Bei den Buben folgten Jakob und Paul, bei den Mädchen Johanna und Anna. Rund ein Fünftel der Buben und Mädchen erhielten einen der zehn beliebtesten Namen. Insgesamt wurden den Salzburger Buben 768, und den Mädchen 813 unterschiedliche Vornamen gegeben.

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