Chronik

Straßenstrich in Salzburg: Post vom Strafamt soll Freier abschrecken

Die Polizei setzt im Kampf gegen den Straßenstrich auf Sanktionen wegen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung.

Symbolbild. SN/robert ratzer
Symbolbild.

Straßenprostitution ist in Salzburg illegal. Die Beamten des Amts für öffentliche Ordnung treffen bei ihren Kontrollen allerdings regelmäßig zwischen sechs und acht Prostituierte an. Für die Anrainer stelle der Straßenstrich eine große Belästigung dar, sagt Ordnungsamtsleiter Michael Haybäck. "Wenn Anrainerinnen angesprochen werden, ob sie möglicherweise Prostituierte seien, ist das für diese nicht angenehm. Zudem stören die häufigen Suchfahrten der Freier die Bewohner."

In Salzburg gibt es konkrete gesetzliche Maßnahmen gegen den Straßenstrich. So können Prostituierte auch innerhalb der EU abgeschoben werden. Der ressortzuständige Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP) räumt aber ein, dass diese Maßnahmen nur bedingt wirksam seien. "Wir schieben die Frauen nach Ungarn ab und zwei Wochen später stehen sie wieder da."

Immerhin sei es gelungen, durch regelmäßige Kontrollen die Zahl der Prostituierten in den vergangenen Jahren zu reduzieren. "Früher trafen die Beamten bei ihren Kontrollen oft 25 Prostituierte an, jetzt hat sich diese Zahl auf sechs bis acht Prostituierte pro Einsatz eingependelt." Ganz verschwinden werde der Straßenstrich aber nie, sagt Harald Preuner.

Das liegt auch daran, weil es nach dieser Art der Prostitution in Salzburg eine Nachfrage gibt. Das bestätigt auch Stadtpolizeikommandant Manfred Lindenthaler. "Wenn keine Freier mehr da sind, werden wohl auch die Frauen verschwinden."

Die Polizei habe deshalb im vergangenen Jahr begonnen, gegen die Freier verstärkt vorzugehen. Das sei allerdings nicht ganz so einfach, weil man diese tatsächlich auf frischer Tat ertappen müsse, sagt Lindenthaler. Die Polizei sei deshalb dazu übergegangen, in den Bereichen mit verstärkten Verkehrskontrollen Präsenz zu zeigen.

Das sei durchaus effektiv, sagt Harald Preuner. Immerhin sei etwa in der Bayerhamerstraße die Geschwindigkeit auf 30 km/h beschränkt, zudem herrsche in der Nacht ein Fahrverbot ausgenommen Anrainer. "Und von den Freiern will niemand einen Brief mit einer Strafe nach Hause geschickt bekommen, den dann möglicherweise die Ehefrau entdeckt und merkt, dass derjenige doch nicht in der Arbeit war."

Eine Verlegung des Straßenstrichs habe sich übrigens trotz mehrfacher Versuche als nur schwer möglich herausgestellt. Einer eigenen Zone für legale Straßenprostitution, wie das viele Anrainer wünschten, erteilt Harald Preuner eine Absage. "Es gibt in Salzburg 18 bewilligte Bordelle und 300 Prostituierte. Das ist ausreichend."

Quelle: SN

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