Chronik

Sturm fegte mit 90 km/h über Salzburg

Feuerwehren mussten vor allem im Flachgau ausrücken, weil viele Bäume umgestürzt waren. Das Wetter soll kommende Woche freundlicher werden.

Die Spuren des Sturms, der Samstagabend über das Land gezogen war, waren am Sonntag noch nicht gänzlich beseitigt. Von der Front betroffen war vor allem der Flachgau, wo 456 Feuerwehrleute zu 105 Einsätzen vorwiegend wegen umgestürzter Bäume gerufen wurden. "In Salzburg wurde die höchste Windgeschwindigkeit am Flughafen mit 94 km/h gemessen", sagte Josef Haslhofer von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. In Mattsee lag die Spitze bei 93 km/h.

In der Stadt Salzburg mussten die Berufsfeuerwehr und die freiwilligen Kameraden in Summe 70 Einsätze abarbeiten. In der Körblleitengasse in Maxglan wurde die Spezialfirma von Gerhard Bernegger zu Hilfe gerufen. Eine 150 Jahre alte Linde war durch den Sturm schwer beschädigt. "Der Einsatzleiter der Feuerwehr hat mich kurz vor Mitternacht angerufen, weil sie unschlüssig waren, ob man den Baum so absichern kann, sodass nichts beschädigt wird", sagte Bernegger. "Wir haben dann beschlossen, dass wir den Baum mit Seilzügen so sichern, dass er über Nacht stehen bleibt." Am Sonntagvormittag wurde die Linde gefällt.

Der Sturm beschäftigte im Bundesland nicht nur 639 Feuerwehrleute. Die Wasserrettung rückte zu zahlreichen Personenrettungen und Bootsbergungen aus. Im Minutentakt trafen die Alarmierungen der Rettungsleitstelle von den verschiedenen Seen ein. Zahlreiche Personen, darunter Stand-up-Paddler und Segelboote, mussten aus Seenot gerettet werden. Insgesamt wurden mehr als zehn Einsätze auf dem Wallersee, Obertrumer See, Wolfgangsee und Mondsee gemeldet. Mehr als 30 Einsatzkräfte der Wasserrettung standen mit Booten und Fahrzeugen stundenlang im Einsatz.

Noch deutlich heftiger wütete der Sturm etwas weiter nördlich in Oberösterreich. In Reichersberg (Bezirk Ried) erreichten die Windspitzen mit 121 km/h sogar Orkanstärke. In Ried und in Braunau wurden Böen mit 101 bzw. 100 km/h gemessen. Mehr als 170 Feuerwehren rückten mit rund 2500 Mann zu über 700 Einsätzen aus. Das Unwetter habe gegen 19 Uhr die Bezirke Braunau, Ried und in weiterer Folge die Bezirke Vöcklabruck, Schärding und Grieskirchen erreicht, berichtete das Landesfeuerwehrkommando. Bäume sind auf Verkehrs- und Gehwegen sowie Stromleitungen gestürzt und Häuser abgedeckt worden.

Im Bezirk Vöcklabruck wurden Feuerwehren und Wasserretter zu zahlreichen Bootsbergungen alarmiert. Schwimmer und Bootsbesatzungen waren trotz Sturmwarnungen auf den oberösterreichischen Seen ausgefahren - sie mussten ans Ufer geholt werden, darunter eine schwangere Frau. In Ranshofen (Bezirk Braunau) machte die Feuerwehr für ein Notarztteam die Straße von umgestürzten Bäumen frei, das einen zu reanimierenden Patienten ins Krankenhaus brachte.

Diese Woche seien die Wetteraussichten wieder besser, sagte Meteorologe Haslhofer. "Es scheint wieder die Sonne." Nachmittags seien im Bereich der Alpen Gewitter möglich. Am Donnerstag und Freitag zeichneten sich zwei niederschlagsfreie Tage ab. "Zum Wochenende steigt die Gewitterneigung wieder an."

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