Sturm über Salzburg: Lifte und Seilbahnen standen still

Wegen Sturmböen von mehr als 100 km/h mussten in Salzburgs Wintersportorten am Mittwoch Lifte und Seilbahnen abgeschaltet werden. Meteorologen sagen aber herrliches Wetter ab dem kommenden Wochenende voraus.

SN/berthold schmid
Sturmwarnung – Lifte und Seilbahnen (wie hier die Untersbergbahn bei Grödig) mussten am Mittwoch ihren Betrieb einstellen.
SN/berthold schmid
Auch die Gondeln der Untersbergbahn mussten am Mittwoch in der Garage bleiben. Im Bild Hubert Schlager (stv. Betriebsleiter) und Maschinist Josef Pletschacher.

Die für Mittwochmittag angekündigte Kaltfront samt Sturmböen ist kurz vor 12 Uhr in Salzburg pünktlich eingetroffen. Sehr zum Leidwesen vieler Skifahrer in Salzburgs Wintersportorten, da zahlreiche Lift- und Seilbahnanlagen aus Sicherheitsgründen gesperrt werden mussten. Parallel trübten Schneefall und schlechte Sicht die Wintersportfreuden.

"In den Niederungen haben die Leute die Sturmböen kaum gespürt", berichtete Alexander Ohms von der Salzburger Wetterdienststelle. Nur an drei Messstationen seien Windspitzen von mehr als 60 km/h gemessen worden. So am Salzburger Flughafen 67 km/h, in Mattsee 63 km/h sowie in Abtenau 64 km/h. Viel heftiger sei es jedoch auf den Bergen gewesen: "Auf der Loferer Alm war der Spitzenwert 127 km/h, am Sonnblick 112 km/h und auf der Schmittenhöhe 110 km/h", so der Meteorologe.

Ähnlich hohe Windgeschwindigkeiten wurden am Mittwoch auch im Bereich der Untersbergbahn in Grödig gemessen. "Wir haben in der Früh entschieden, die Bahn erst gar nicht zu starten", schilderten Maschinist Josef Pletschacher und der stellvertretende Betriebsleiter Hubert Schlager. An der Stütze 2 hätte es Böen mit 108 km/h gegeben. Unter solchen Umständen sei keinesfalls an einen Betrieb zu denken gewesen, so die beiden Seilbahner.

Dennoch seien immer wieder Touristen angekommen und seien etwas enttäuscht gewesen, dass die Bahn gesperrt sei. "Da ist beispielsweise eine Gruppe aus dem 25er-Bus gekommen, die sich durch den Wind zur Talstation fast gekämpft hat und dann ein Ticket lösen wollte", so Maschinist Pletschacher. Die Urlauber seien dann sehr erstaunt gewesen, dass man sie zurückschicken musste.

Sturm brachte Schnee im Gebirge

Die Sturmfront mit dichtem Schneefall sorgte auch auf den Straßen im Süden Salzburgs für massive Behinderungen: So wurde die Tauernautobahn A10 im Bereich der Einhausung Flachau in Fahrtrichtung Villach am frühen Nachmittag für rund eine halbe Stunde gesperrt, weil zahlreiche Lkw hängengeblieben sind und zum Teil auch quer standen.

Auch auf anderen Hauptverkehrsverbindungen wie der Ennstal Straße vom Pongau in die Steiermark, der Katschberg Straße B99 im Pongau und Lungau sowie der Pinzgauer Straße B311 von Schwarzach in den Pinzgau kamen die Verkehrsteilnehmer aufgrund der winterlichen Fahrbedingungen nur langsam voran.

Doch ab Donnerstag soll sich das Wetter langsam wieder beruhigen, ab Freitag freundlicher werden. "Am Donnerstag erwartet uns eine Warmfront, die im Gebirge oberhalb von 1500 Meter nochmals sehr viel Schnee bringen wird", sagte Alexander Ohms (ZAMG Salzburg).

Zum Wochenende sollte sich eine Südströmung mit Föhn einstellen, die in allen Landesteilen außer dem Lungau für sonniges Wetter und Höchsttemperaturen bis zu 14 Grad sorgen soll. "Und für die neue Woche gibt es auch noch eine gute Nachricht", so Alexander Ohms: "Es beruhigt sich alles, es gibt keine Niederschläge, es bleibt freundlich und in den Niederungen mit deutlichen Plusgraden überaus mild."

Outbrain