Chronik

Suche nach neuen Wegen

Neue Wege im Tourismus zu suchen und zukunftsweisende Lösungen zu den Themen Nachhaltigkeit und Klimaeffizienz zu schaffen - das ist das Ziel einer engagierten Kooperation von Schülern, Touristikern und Landwirtschaft, gemeinsam mit Vertretern der LEADER-, KEM- und KLAR-Regionen.

Nachhaltigkeit ist für die Sicherung des Tourismus der Zukunft wesentlich, ist sich WK-Tourismussprecherin Petra Nocker Schwarzenbacher sicher. Auch weil sie schon wesentlich von den Gästen gefordert werde.

Eine Umfrage in Deutschland hat ergeben, dass 60 Prozent der Bevölkerung einen umwelt- und sozialverträglichen Urlaub planen. "Österreich ist hier weltweit federführend und bislang noch Ländern wie Japan überlegen."

So sollen künftig verstärkt Infrastrukturen angeboten werden, bei welchen sich Gäste und Einheimische wohlfühlen können. Selbst wenn das bedeute, dass so mancher Lebensraum nur durch Regulierungen lebenswert bleibe. Eine der zentralen Herausforderungen für die Touristiker ist die Rekrutierung von Mitarbeitern. Dass ein attraktiver Arbeitsplatz wesentlich für die Zukunft der Betriebe ist, das hat sich mittlerweile herumgesprochen.

"Wir sind voller Tatendrang", meinen dazu Nina Schernthaner und Simon Keppelmüller von der Tourismusschule Bad Hofgastein. Sie hoffen, mit ihren entwickelten Ideen für die Zukunft der Branche auch Gehör zu finden: "Es geht um unsere Zukunft." Wesentlich sei jedenfalls ein attraktiver Arbeitsplatz. "Hier muss mehr auf die veränderten Bedürfnisse von jungen Menschen eingegangen werden und dazu gehören faire Entlohnung und gute Freizeitplanung."

"Den jungen Menschen in der bäuerlichen Landwirtschaft muss Mut gemacht werden", betont Christian Dullnigg, Direktor der Landwirtschaftlichen Fachschule (LF) Bruck, "und dazu braucht es einen Schulterschluss mit dem Tourismus." Wobei der Begriff "Nachhaltigkeit" ohnehin aus der Landwirtschaft stamme, so Dullnigg. In Bruck ist der Schulbetrieb komplett auf biologisches Arbeiten umgestellt worden. Zahlreiche Schulprojekte gehen in diese Richtung.

"Jetzt kommen die Herdentiere von der Alm. Unsere Produkte sind keine Massenware, das müssen die Konsumenten noch viel mehr wertschätzen. Auch die Gäste wollen die Region spüren und essen können."

Ein Pionier der Nachhaltigkeit ist im Pongau Peter Brandauer (ÖVP). Werfenweng hat schon vor vielen Jahren damit begonnen, auf sanfte Mobilität zu setzen, "auch um sich im internationalen Wettbewerb durchzusetzen. Unsere Übernachtungen sind von 170.000 auf 300.000 gestiegen. Tourismus und Mobilität sind nicht zu trennen." Dafür brauche es auch umfassende Angebote wie die "Sanfte Mobilitätskarte" in Werfenweng.

Klimaeffizienz sei für die Gletscherbahnen Kaprun wichtig, unterstrich Günther Brennsteiner, der technische Prokurist.

"Wir leben in unserer Region zu 80 Prozent vom Tourismus und profitieren von der Schönheit, die wir den Gästen anbieten." Die Gletscherbahnen waren das erste Seilbahnunternehmen mit ökologischer Stromerzeugung und ISO-Zertifizierung und entwickelten sich durch neue Technologien der Stromgewinnung und Speicherung auch ständig weiter. Gäste und Einheimische werden mit attraktiven Angeboten für den öffentlichen Verkehr unterstützt und "ab November geht es direkt von Kaprun mit der Seilbahn aufs Kitzsteinhorn, da braucht es kein Auto mehr." Um genügend Facharbeitskräfte zu finden und zu halten, müsse man auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen vor allem auch für Frauen setzen, so Thomas Burgstaller, Leiter des Arbeitsmarktservice (AMS) in Bischofshofen.

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