Chronik

Tausend Ideen für einen "richtigen" Volksgarten

Der warme Sommer bot heuer schon optimale Bedingungen für die Salzburger, ihre Freizeit im Volksgarten zu verbringen. 2017 startete der Bürgerbeteiligungsprozess für die Neugestaltung des Parks im Stadtteil Parsch. Ab 2019 sollen die zahlreichen Ideen umgesetzt werden.

Dichtes Gedränge am Volksgarten-Weiher: jede Menge Kinder wollen unbedingt Stand-up-Paddeling ausprobieren, etliche Erwachsene ebenso. Einmal kurz das Gleichgewicht hergestellt, und schon geht es mit mehr oder weniger flotten Paddelschlägen los. Kleinere "Betriebsunfälle", wie ebendieses Gleichgewicht zu verlieren und im Wasser zu landen, tun dem Spaß keinen Abbruch. Nebenan auf der Wiese trainieren Anna, Jasko, Sonja und Christine beim Capoeira, der brasilianischen Kampf-Tanz-Sportart, und freuen sich, wenn Unkundige ebenfalls mitmachen. Kinder tummeln sich beim Fußballspielen, auf den Beachvolleyball-Plätzen matchen sich sportliche Teams an zwei Netzen. Auf der anderen Seite des Weihers haben es sich Salzburgerinnen und Salzburger im Schatten der Bäume auf Liegestühlen bequem gemacht. Sie genießen den warmen Sommerabend bei einem kühlen Getränk.

Was schon jetzt bei zahlreichen Bürgern Teil ihres Freizeitvergnügens darstellt, soll kommendes Jahr auf neue Beine gestellt werden. Dazu hat die Stadt im Vorjahr in einem Bürgerbeteiligungsprozess samt Ideenwettbewerb aufgerufen, Wünsche zu formulieren.

Alle Bedürfnisse unter einen Hut bringen

Mehr Bereiche, wo Sportler ihren Platz finden, eine größere Veranstaltungszone, eine bessere Minigolfbahn, mehr Blumen, Renaturierung des Weihers (das Wasserbecken ist derzeit eine Betonwanne) samt besserem Zugang, neue WC-Anlagen, den Autoverkehr aus der Hundertwasser-Allee verbannen, ein Kiosk oder ein Restaurant anstelle der alten Volksgarten-Sauna und ausgedehntere Ruhezonen bzw. -zeiten - so lautete ein Großteil der Vorstellungen. Einig waren sich alle darüber, dass Wasserzugang und die Fontänen im Weiher erhalten bleiben müssen, Beachvolleyball-Plätze und Sportbereiche wünschte sich ein Großteil. Andere wiederum wollten viel mehr Ruhe im Park einkehren lassen und die Aktivitäten aus dem Gelände verbannen. "All diese Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen, das war keine leichte Aufgabe", gesteht Veronika Horn, Jugendbeauftragte der Stadt. Denn die Parkanlage, die einst Kaiser Franz Joseph der Bevölkerung zur Nutzung übergab (sh. nebenstehenden Kasten), solle wieder zum "richtigen Volksgarten für die Salzburger werden", wie es Christian Stadler, Leiter des Stadtgartenamts, vorschwebt. Er hat federführend an den neuen Volksgarten-Plänen mitgewirkt.

Bereits heuer ist "Bewegt im Park" Dauergast im Volksgarten, Freiluftkino, Konzerte und andere Veranstaltungen sorgen für ein buntes Programm. Für kommendes Jahr verbinden die Pläne die unterschiedlichen Nutzungen zu einem Gesamtkonzept mit dem Namen "Park in Bewegung". Es sieht u. a. vor: einen fix installierten "Salzbeach" samt Duschen, Stufen und Planken als Sitzgelegenheiten gestalten die Weiherböschung neu, eine erneuerte Minigolfanlage, mehr Sitzgelegenheiten, einen erneuerter Kinderspielplatz sowie eine zentrale Veranstaltungsfläche für das Winterfest und "Live im Park".

Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) hat in der mittelfristigen Finanzplanung dafür 1,5 Millionen Euro eingeplant, die der Gemeinderat bereits beschlossen hat. Ob und wie viel Geld dafür 2019 im Budget vorgesehen ist, darüber beginnen am 10. September die Verhandlungen. Beschlossen soll das Budget dann im November werden. "Ich gehe von einem Beschluss aus, alles andere würde keinen Sinn haben", sagt Preuner. Was anstelle der vor acht Jahren stillgelegten Volksgartensauna kommt, steht für ihn noch nicht fest. Der angedachte Pavillon samt Kiosk mit Ausschank, Holzterrasse als "Gastgarten" oder Bühne bei Veranstaltungen sowie Duschen für Sportler, WC, einem Aufenthaltsraum sowie einem Geräteraum für die Stadtgärtner würde gut eine halbe Million Euro kosten. "Das müsste die SIG, die stadteigene Immobiliengesellschaft, errichten, das dürfte aber kein Problem darstellen", stellt Preuner fest.

Brodhäuslau, Kaiser-Franz-Josef-Park und schließlich Volksgarten

Die ursprüngliche Brodhäuslau dehnte sich vom Bürglstein etwa 1,2 Kilometer flussaufwärts aus, wurde vom Aubach durchflossen und wies am Ufer der Salzach weite Schotterbänke auf. Das Brodhäusl, das dem Gebiet einst den Namen gab, gehörte zum Gut Münchhausen, etwa nördlich des heutigen Gasthauses Steinlechner. 1873 wurde die Salzachregulierung nach Süden fortgesetzt, und so wurde die Brodhäuslau größtenteils ein Neubaugebiet.

Zwischen 1891 und 1898 wurde zu Ehren Kaiser Franz Josephs das Gelände neu gestaltet und anlässlich der 50. Wiederkehr des Tages der Thronbesteigung des Kaisers der neue Park unter dem damaligen Namen Franz-Josef-Park der Bevölkerung übergeben.
Das Schwimmbad im Kaiser-Franz-Josef-Park war im Frühsommer 1892 eröffnet worden, ein Kinderspielplatz im folgenden Herbst. Hier fanden in der Folge zahlreiche große Volksfeste statt, darunter auch die Dult. An dem kleinen Weiher gab es einst ein Gasthaus, auf dem Weiher konnte man kleine Ruder- oder Segelboote für eine Runde im Teich mieten.
Seit dem Ende der Monarchie wird der Park Volksgarten genannt.

Aufgerufen am 17.10.2018 um 11:35 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/tausend-ideen-fuer-einen-richtigen-volksgarten-38776951

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