Chronik

Taxifahrer demonstrieren in Salzburg: "Diktat der Wirtschaftskammer"

Ein gutes Dutzend Taxifahrer protestierte am Mittwoch in der Salzburger Innenstadt. Hauptkritikpunkt ist eine Gebühr am Flughafen.

Taxifahrer Mohammed Elasad ist mehr als nur verärgert. "Am Flughafen zahle ich ein Schutzgeld um arbeiten zu dürfen, am Bahnhof zahle ich Strafen." Elasad ist einer von rund zwei Dutzend Taxifahrern, die sich am Mittwochvormittag vor dem Salzburger Hauptbahnhof versammelt haben. Ihr Ärger richtet sich vor allem gegen die Salzburger Funktaxi-Vereinigung und deren Chef, Peter Tutschku. Die spezielle Problematik erklärt ein Taxifahrer, der lieber anonym bleiben möchte. "Ich fürchte Repressalien", sagt er.

Durchfahrtsgebühr am Flughafen ärgert Taxler

Hauptkritikpunkt an Tutschku sei die Durchfahrtsgebühr für Taxifahrer am Salzburger Flughafen. Früher habe man im Jahr 138 Euro gezahlt, um dort beim Schranken durchfahren und Fahrgäste am Flughafen abliefern zu dürfen. "Mittlerweile betreibt Peter Tutschku dort die Parkraumbewirtschaftung über eine Tochterfirma der Funktaxi-Vereinigung. Dafür verlangt er einen Infrastrukturbeitrag von einem Euro pro Durchfahrt. Das macht für einen Taxler zwischen 2500 und 3000 Euro pro Jahr." Zudem habe Tutschku seinen Einfluss bei der Wirtschaftskammer spielen lassen, um die Standplätze am Hauptbahnhof zu reduzieren. "Das ist einer der wenigen Orte, wo die nicht-Funktaxi-Fahrer einen guten Platz haben. Eigentlich bräuchten wir hier 30 Plätze. Räumlich wäre das auch möglich", sagt der Taxifahrer.

Kritik an Funktaxi-Verbindung: "Will kein Diktat der Kammer"

Rückendeckung bekommen die Taxifahrer am Dienstag von Verkehrslandesrat Hans Mayr. "Ich finde es problematisch, dass der Chef der Funktaxivereinigung gleichzeitig der höchste Vertreter der Salzburger Wirtschaftskammer für den Transport ist. Als Verkehrslandesrat möchte ich, dass alle Taxifahrer fair behandelt werden. Ich will kein Diktat der Kammer."

Tutschku: "Kein Geschäft mit Parkraumbewirtschaftung"

Funktaxi-Chef Peter Tutschku weist die Vorwürfe zurück. Die Parkraumbewirtschaftung am Bahnhof sei für ihn kein Geschäft. "Ich steige damit mit null aus. Wenn man unsere Infrastrukturausgaben dazurechnet, ist es sogar ein Verlust. Das wird derzeit sogar von einem Sachverständigen untersucht." Der Flughafen sei damals an ihn herangetreten, weil es Probleme mit einzelnen Taxifahrern gegeben habe. So seien Fahrgäste nicht mitgenommen worden. "Seit wir die Bewirtschaftung übernommen haben, ist die Zufriedenheit der Gäste laut einer Umfrage von 72 auf 90 Prozent gestiegen."

Stellplätze am Bahnhof wurden mehr

Auch am Bahnhof habe es keine Reduktion der Stellplätze gegeben. "Hier waren immer nur 16 Plätze zugelassen. Es war immer nur eine Kulanz der ÖBB, dass mehr Taxis dort stehen durften." Wie es künftig dort weiter gehe, sei noch nicht fix. "Vielleicht ist ein Schranken eine gute Idee, weil sonst immer Leute alles verstellen. Aber wir werden dort sicher keine Bewirtschaftung mehr machen. So etwas tun wir uns nicht mehr an."

Quelle: SN

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