Chronik

Test: Ein Drittel der Schokoladen enthielt Mineralöl-Reste

Ein Test des Vereins für Konsumenteninformation rüttelt wach: Sieben von 20 getesteten Schokoladen - darunter auch welche von Premium-Herstellern - waren mit Mineralöl-Rückständen belastet. Auch ein Salzburger Produkt ist betroffen.

Test: Ein Drittel der Schokoladen enthielt Mineralöl-Reste SN/APA (dpa)/Franziska Koark
Viele Schokoladen enthalten unerwünschte Mineralöl-Rückstände. Symbol

Mineralölbestandteile können auf verschiedenen Wegen in Lebensmittel gelangen: durch Druckfarben aus recycelten Altpapierverpackungen, durch Schmieröle aus Produktionsanlagen oder auch durch Abgase von Erntemaschinen. In einem aktuell veröffentlichten Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) wurden in sieben von 20 Bitterschokoladen derartige Rückstände gefunden. Die Position des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist dahingehend klar: Mineralölrückstände, vor allem die bedenklichen aromatischen Kohlenwasserstoffe (MOAH), sollten nicht in Lebensmittel gelangen, da sie krebserzeugende Substanzen enthalten können.

Auch Confiserie Berger aus Lofer ist unter den Betroffenen

Solche MOAHs wurden nun in deutlich nachweisbaren Mengen bei den getesteten Schokoladen der Marken Choceur (Hofer), Heidi, J.D. Gross (Lidl) und Merci gefunden. Betroffen sind auch Schokoladen des Loferer Chocolatiers Berger. Einige dieser Unternehmen haben daraufhin bereits entsprechende Maßnahmen gesetzt und unter anderem die betroffenen Produkte aus dem Verkauf gekommen.

Tester prämierten Bio-Fair-Trade-Produkt zur besten Schokolade

Es gibt allerdings auch erfreulichere Testergebnisse zu berichten: So stammt etwa die beste Schokolade aus fairem Handel und ist ein Bioprodukt. Geprüft wurden im Rahmen des Tests des VKI unerwünschte Inhaltsstoffe (PAK, Aluminium, Mineralölrückstände, Cadmium) sowie Geschmack und Kennzeichnung. Die Details zum Test sowie die Stellungnahmen der Unternehmen gibt es im November-KONSUMENT.

Geteilte Reaktionen der Hersteller

Die Reaktionen der Hersteller auf die Testergebnisse zu den Mineralölrückständen fielen geteilt aus: Hofer, Lidl und Berger reagierten umgehend und leiteten laut eigener Aussage Schritte zur Aufklärung ein bzw. nahmen die betroffenen Produkte aus dem Verkauf. Storck (Merci) und Heidi verweisen in einer Stellungnahme dagegen darauf, dass es bis dato keine rechtlich festgelegten Grenzwerte bzw. keine anerkannten Bewertungskriterien für Mineralölbestandteile gibt. Storck versichert aber immerhin, dass das Unternehmen bereits vor geraumer Zeit ein Minimierungskonzept hinsichtlich Verpackung und Rohstoffkontrolle entwickelt hat, das kontinuierlich weiterentwickelt werde.

VKI vermisst rechtliche Standards zu Mineralöl-Problematik

VKI-Projektleiterin Birgit Beck: "Derzeit gibt es tatsächlich noch keine gesetzlichen Vorgaben, die die Gehalte an Mineralölbestandteilen in Lebensmitteln regulieren." Bei der Analytik gebe es aber immerhin eine von den meisten Marktteilnehmern anerkannte Methodik. Da es aber noch keine offizielle EU-weite Prüfmethode gebe, werde diese von manchen angezweifelt, erläutert die Expertin. Beck weiter: "Eines sollte man bei dieser Argumentation aber nicht vergessen: Das Bundesinstitut für Risikoforschung empfiehlt ungeachtet dessen klar und ausdrücklich, dass der Eintrag von MOAHs in Lebensmittel grundsätzlich verhindert werden sollte. Dieser Meinung schließen wir uns an."

Weitere Tests in Planung

Neben Schokolade sind auch andere Lebensmittel, wie etwa Reis oder Grieß, laut Bundesinstitut für Risikoforschung aufgrund ihrer Beschaffenheit und Lagerung anfälliger für eine Belastung. "Wir werden die Problematik der Mineralölrückstände daher im Auge behalten und im Rahmen von weiteren Tests einen Beitrag zur Sicherheit von Lebensmitteln und zur Datenlage in Österreich leisten", so Beck abschließend.

Quelle: SN

Aufgerufen am 26.09.2018 um 07:36 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/test-ein-drittel-der-schokoladen-enthielt-mineraloel-reste-935383

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