Chronik

Teurer Bordellbesuch eines Flachgauers beschäftigte das Gericht

Die Betreiberin eines Wiener Nobelbordells verlangte von einem Flachgauer mittels Klage 5666 Euro. Dieser konterte: Die angeblich von ihm im Bordell konsumierten Leistungen seien mit seinen körperlichen Fähigkeiten gar nicht in Einklang zu bringen. Nun schlossen die beiden Streitparteien einen bedingten Vergleich.

Symbolbild.  SN/dpa/Boris Roessler
Symbolbild.

Mit einem delikaten Zivilprozess hatte sich bis vor kurzem das Bezirksgericht Oberndorf zu befassen. Wie der Salzburger Gerichtssprecher Peter Egger mitteilte, hatte die Betreiberin eines Wiener Nobelbordells einen Flachgauer, der bereits am 18. Jänner 2015 ihr Etablissement besucht hatte, auf Zahlung von exakt 5666 Euro geklagt.

Der Flachgauer habe damals, so die Klage, umfangreiche sexuelle Dienstleistungen in Anspruch genommen und mehrere Flaschen hochwertigen Champagners konsumiert. Allein: Er habe nur 3000 Euro gezahlt; den darüber hinausreichenden Klagsbetrag sei er schuldig geblieben.

Der Beklagte wandte ein, er habe bei weitem nicht so viel getrunken. Zweitens sei die Behauptung der Klägerin, er habe vier Stunden mit fünf Prostituierten zugebracht, "mit seinen körperlichen Fähigkeiten nicht in Einklang zu bringen, da er damals voll berauscht gewesen sei", wie Egger die Argumentation des Kunden zusammenfasste. Der Flachgauer schloss seinen Konter so: Man habe ihn ausgenützt, die Getränkepreise seien Wucher, die 3000 Euro würden alle in Anspruch genommenen Leistungen bei weitem abdecken.

Die Klägerin hielt dem erneut entgegen, man dürfe nicht vom Einkaufswert des Champagners ausgehen, sondern müsse das Ambiente berücksichtigen, in dem der Kunde die Getränke konsumiere. Und bezüglich der sexuellen Dienste argumentierte die Bordellbetreiberin, dass diese nicht nur im Vollzug reinen Geschlechtsverkehrs zu betrachten seien. Vielmehr seien "auch sexuelle Handlungen zu entlohnen, die nicht unbedingt zur Erschöpfung führen würden". Die Preise seien jedenfalls ortsüblich.

In der Tagsatzung am 7. März schlossen die Parteien nun einen bedingten Vergleich: Der Beklagte verpflichtete sich, weitere 2500 Euro sowie die Verfahrenskosten zu bezahlen. Der Vergleich kann laut Egger aber noch bis 21. März von beiden Parteien widerrufen werden.

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