Chronik

Tierischer Gärtner und Tunnelgräber: Maulwurf ist Säugetier des Jahres

Er ist rund 15 Zentimeter groß, etwa hundert Gramm schwer, kann Erdmassen bis zum 20-Fachen seines Körpergewichts bewegen und treibt so manche Gartenbesitzer zur Weißglut - der Maulwurf wurde jetzt vom Naturschutzbund Österreich zum Säugetier des Jahres 2020 gewählt. Denn: "Der Nutzen dieser Tiere überwiegt bei Weitem den optischen Schaden an der Rasenfläche", betont die Salzburger Natur-Landesrätin Maria Hutter in einer Aussendung des Landes.

Der Maulwurf wurde vom Naturschutzbund Österreich zum Säugetier des Jahres gekürt. SN/land salzburg/wernergamerith
Der Maulwurf wurde vom Naturschutzbund Österreich zum Säugetier des Jahres gekürt.

Der Maulwurf erfülle - so wird in der Aussendung betont - für das Ökosystem eine wichtige Rolle. Er sei daher vom Naturschutzbund Österreich zum Säugetier des Jahres 2020 gekürt worden.

Talpa europaea, so die wissenschaftliche Bezeichnung des kleinen Gräbers, ist demnach als Insektenfresser ein Nützling, der ungeliebte Schädlinge beseitigt, den Boden auflockert und für gute Durchlüftung und Wasserhaltekapazität sorgt. Im Gegensatz zu den pflanzenfressenden Wühlmäusen mit deutlich kleineren Hügeln schädigt der kleine Unterweltler keine Pflanzen. Er zählt zu den immer seltener werdenden Nützlingen. Er vertreibt neben Schnecken auch Wühlmäuse aus dem Garten. Die weitverzweigten Röhren seines Tunnelsystems wirken bei Starkregen wie Drainagerohre und schützen so vor Staunässe.

Tunnelbau als Lebensaufgabe

Gut auf den Lebensraum unter der Erde angepasst, haben die Tiere einen ausgezeichneten Geruchs- und Gehörsinn, sie sehen jedoch nicht besonders gut. Ihre Gänge können ein bis zu 6000 Quadratmeter großes Labyrinth bilden und werden täglich nach Käfern, Regenwürmern, Asseln und anderem Kleingetier abgesucht, um den großen Nahrungsbedarf zu decken. Der Insektenfresser hat ständig Hunger: Der kleine Kerl isst am Tag etwa so viel, wie er schwer ist. Ein Maulwurf vertilgt jährlich rund 30 Kilo Nahrung. Mit einer Lebenserwartung von mehr als drei Jahren werden so bis zu 100 Kilogramm Schädlinge beseitigt.

Der Maulwurf ist im Tal und auf den Bergen aktiv

In Salzburg ist Talpa europaea landesweit bis in Höhen von über 2000 Metern vertreten. Er erfüllt für unser Ökosystem eine wichtige Rolle: Nicht nur, dass er unliebsame Schädlinge im Zaum hält und den Boden lockert und drainagiert, er selbst ist eine wichtige Nahrungsquelle für Füchse, Bussarde und andere Greifvögel. Aufgrund seiner ökologischen Funktion, seiner besonderen Eigenschaften und seiner perfekten Anpassung an einen sehr speziellen Lebensraum verdient dieser Nützling die Auszeichnung des Naturschutzbundes Österreich als Säugetier des Jahres 2020. Jeder Gartenbesitzer mit Maulwurfshügeln sollte stolz sein, wenn sich dieser Tunnelbauer bei ihm wohlfühlt. "Das ist ein Hinweis auf ein gutes, gesundes und artenreiches Bodenleben und damit eine Bestätigung für nachhaltige Gartenbewirtschaftung", betont Landesrätin Maria Hutter.

Quelle: SN

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