Chronik

Tipps gegen Dämmerungseinbrüche: "Gekippte Fenster sind offene Fenster"

Im Zentralraum Lungau werden jährlich 500 Kriminaldelikte zur Anzeige gebracht. Im Herbst häufen sich wieder Dämmerungseinbrüche. Bezirkspolizeikommandant Felix Gautsch gibt Tipps, wie man sich schützen kann und was im Notfall zu tun ist.

„Bei Einbruch im Haus sollte man sich lautstark bemerkbar machen und sofort die Polizei rufen“, rät der Lungauer Bezirkspolizeikommandant. SN/robert ratzer
„Bei Einbruch im Haus sollte man sich lautstark bemerkbar machen und sofort die Polizei rufen“, rät der Lungauer Bezirkspolizeikommandant.

Zwei Baustelleneinbrüche in St. Michael und St. Margarethen sowie ein Kellereinbruch in Tamsweg, bei dem Fahrräder im Wert von über 10.000 Euro gestohlen wurden, halten die Polizei im Lungau auf Trab. Fingerabdruckspuren und Werkzeugspuren werden an den Tatorten gesichert: "Täter kundschaften ihr Diebesgut zuvor aus", sagt Bezirkspolizeikommandant Felix Gautsch.

Mit Routine- und Standkontrollen setzt die Polizei im Bezirk sichtbare Zeichen: "Die Streifentätigkeit wird entsprechend angepasst. Wir zeigen Präsenz. Generell sind wir personell aktuell gut aufgestellt", sagt Gautsch. Daten aus dem Polizeicomputer werden von den Polizisten mobil vor Ort bereits abgerufen.

Mit Routine- und Standkontrollen setzt die Polizei im Lungau aktuell ein sichtbares Zeichen. SN/perner
Mit Routine- und Standkontrollen setzt die Polizei im Lungau aktuell ein sichtbares Zeichen.

"Lieber einmal öfter anrufen"

Was ist bei Auffälligkeiten zu tun? "Lieber einmal öfter anrufen. Bei uns, und im Falle auch beim Nachbarn. Es muss einem nicht unangenehm sein, ganz im Gegenteil. Das nächste Mal kann man selbst das Opfer sein. Bei Einbruch im Haus sollte man sich lautstark bemerkbar machen und sofort die Polizei rufen - Notruf 133 oder 112. Auf Konfrontation gehen ist nicht ratsam, da Täter oftmals gewaltbereit sind." Und: "Wenn möglich Fahrzeugdetails und Kennzeichen merken", sagt der Bezirkspolizeikommandant.

Polizist rät: Fenster nicht gekippt lassen

Auch Beratungen durch die Polizei sind möglich: "Wenn jemand dahingehend Verbesserungen bei seinem Eigenheim plant, kann gerne mit uns Kontakt aufgenommen werden. Eines sei hier angemerkt: Gekippte Fenster sind für Einbrecher offene Fenster!"

Trotz der aktuellen Fälle beruhigt der 57-Jährige: "Man darf es nicht überbewerten. Die letzten beiden Jahre war die Kriminalstatistik coronabedingt im Keller. Jetzt nähern wir uns wieder den Werten von 2019. Daher wird es heuer mit Sicherheit eine Steigerung von über 100 Prozent geben. Auch mit Skidiebstählen ist wieder zu rechnen." Im Zentralraum Lungau sind es jährlich rund 500 Kriminaldelikte, die zur Anzeige gebracht werden: "Es geht von Diebstahl über Sachbeschädigungen bis hin zu Körperverletzungen aber auch Verkehrsunfällen mit Personenschaden."

„Man muss nicht aus Angst zu Hause bleiben.“¦Felix Gautsch, Bezirkspolizeikommandant  SN/perner
„Man muss nicht aus Angst zu Hause bleiben.“¦Felix Gautsch, Bezirkspolizeikommandant

"Man muss nicht aus Angst zu Hause sterben"

In Obertauern kommen in einer normalen Saison mindestens noch einmal so viele Fälle dazu. "Die Zahlen ohne winterspezifische Delikte zeigen uns eigentlich ein realistischeres Bild über den Lungau. Man muss nicht aus Angst zu Hause sterben. Im Lungau, in Salzburg, in Österreich kann man sich sicher fühlen. Die Polizei sorgt für Sicherheit. Das machen wir für die Bevölkerung und gerade deswegen brauchen wir sie auch als Unterstützung. Es ist ein Multiplikator zur Steigerung der Sicherheit."

Cyberkriminalität ist auch im Lungau im Vormarsch

Aber auch der Lungau sei nicht vor Betrügereien gefeit: "Cyberkriminalität ist im Vormarsch. Gutgläubigkeit, Liebe, Gier und der Glaube an schnelles Geld oder an Schnäppchen können schnell großen finanziellen Schaden anrichten. Es spielt in alle Lebensbereiche: Die Täter agieren mit tagesaktuellen Themen. Fake-Shops für Pellets oder Brennholz stehen gerade hoch im Kurs. Es kann nicht sein, dass Materialien um ein Vielfaches günstiger sind als bei regionalen Anbietern. Im Onlinebereich gilt höchste Vorsicht", sagt Gautsch.

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