Chronik

Todeslenker von Leogang wegen Mordverdachts in U-Haft

Norweger raste mit BMW reaktionslos ins Auto eines 24-Jährigen, der starb. Laut Staatsanwalt hielt der Raser den Tod des Opfers "ernstlich für möglich".

Der weiße BMW X5 des Norwegers schoss den Audi A3 des 24-jährigen Leogangers regelrecht ab. SN/ff leogang
Der weiße BMW X5 des Norwegers schoss den Audi A3 des 24-jährigen Leogangers regelrecht ab.

Knalleffekt nach einem tödlichen Horrorunfall am Abend des 20. Februar auf der Hochkönig-Bundesstraße in Leogang, Ortsteil Hirnreit: Über jenen 42-jährigen Norweger, der damals gegen 21 Uhr mit seinem PS-starken BMW X5 laut den Ermittlungen auf der falschen Straßenseite und mit weit überhöhter Geschwindigkeit in den Audi A3 eines 24-jährigen Pinzgauers gerast war, wurde am Donnerstagnachmittag die Untersuchungshaft wegen des dringenden Verdachts des Mordes verhängt.

"Die zuständige Richterin hat nach der Vernehmung des beschuldigten Norwegers unserem Antrag auf U-Haft-Verhängung stattgegeben", betonte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Robert Holzleitner, auf SN-Anfrage. "Wir gehen im konkreten Fall vom Vorliegen eines bedingten Tötungsvorsatzes beim Unfallverursacher aus. Der Mann ist nicht nur extrem gefährlich gefahren, sondern hat auch kein Verhalten erkennen lassen, dass er die Kollision vermeiden will", so Holzleitner.

Was heißt bedingter Tötungsvorsatz? Der Staatsanwaltschaftssprecher erklärt: "Aus unserer Sicht hat es der Beschuldigte jedenfalls ernstlich für möglich gehalten, dass er durch sein Fahrverhalten jemanden töten kann. Und er hat sich damit auch abgefunden, weil er reaktionslos in das Auto des Opfers gerast ist. Also ohne ein kollisionsvermeidendes Verhalten zu setzen."

Laut Erstgutachten des Kfz-Sachverständigen Gerhard Kronreif war der Norweger damals von Saalfelden kommend mit rund 140 bis 150 km/h auf der Bundesstraße unterwegs. Mit im Auto: seine Gattin und seine zwei Kinder (7 und 8 Jahre alt). Holzleitner entnimmt dem Gutachten, dass es am Unfallort ein Tempo-80-Limit, eine Sperrlinie, ein Überholverbot und Fahrbahnteiler gegeben habe. Der Skandinavier - er wurde bei dem Unfall ebenso wie seine Frau und die Kinder schwer verletzt - sei "ohne Notwendigkeit" auf der linken Fahrbahnseite, also auf der Gegenfahrbahn, unterwegs gewesen. Es gebe "keine Anhaltspunkte, dass er verlenkt oder gebremst" habe. Der Staatsanwalt dazu: "Der 42-jährige SUV-Fahrer blieb völlig reaktionslos. Laut Gutachter hätte er nach Ansichtigwerden des entgegenkommenden Audis, der rund 60 km/h fuhr, noch vor dem Fahrbahnteiler nach rechts lenken können."

Ob der Todeslenker zum Unfallzeitpunkt unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand, ist noch nicht bekannt. Laut Holzleitner wurde beim Norweger Blut abgenommen - das Ergebnis der chemisch-toxikologischen Untersuchung sei noch ausständig.

Der 42-Jährige bleibt zumindest 14 Tage in U-Haft, dann findet die erste Haftprüfungsverhandlung statt.

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