Chronik

Todesstich im Lehener Park: Urteil am 1. Dezember

Ursprünglich zwölf Angeklagte, rund 60 Zeugen: Der seit Mai laufende Megaprozess um die tödliche Massenschlägerei in Lehen geht ins Finale.

Todesstich im Lehener Park: Urteil am 1. Dezember SN/APA/BARBARA GINDL
Der Hauptangeklagte im Mordprozess um die tödliche Massenschlägerei in Salzburg Lehen.

Langwierig und mühsam gestaltete sich die Vernehmung der afghanischen und türkischen Angeklagten. Dazu hörte sich der Jugendschöffensenat unter Vorsitz von Richterin Bettina Maxones-Kurkowski in den letzten Monaten fast 60 Zeugen an.

Jetzt ist der am 18. Mai am Landesgericht eröffnete Megaprozess um die blutige Massenschlägerei im Lehener Park in der Stadt Salzburg vom 22. September 2015 aber auf der Zielgeraden. "Das Gericht beabsichtigt, am 1. Dezember die Urteile zu sprechen. Zuvor sollen noch vier oder fünf ausstehende Zeugen gehört werden", betonte Michael Hofer, Verteidiger von einem der angeklagten Afghanen, auf SN-Anfrage.

Bei der damaligen Gewalteskalation zwischen acht jungen Afghanen einerseits sowie vier Türken und einem Österreicher kosovarischer Herkunft andererseits war letztlich ein 50-jähriger Türke durch einen wuchtigen Messerstich in den Rücken getötet worden. Zwei weitere Beteiligte der "türkischen Gruppe" sowie ein Afghane hatten Verletzungen erlitten. Ursprünglich saßen acht Afghanen, 16 bis 21 Jahre alt, auf der Anklagebank. Einem von ihnen, zur Tatzeit angeblich erst 15 Jahre alt und nicht geständig, lastet der Staatsanwalt Mord an: Er soll den 50-Jährigen durch besagten Messerstich vorsätzlich ge tötet haben. Sieben weiteren Afghanen wird absichtliche schwere Körperverletzung vorgeworfen, einigen werden auch weitere Delikte in anderem Zusammenhang zur Last gelegt - Drohung, Nötigung, Körperverletzung.

Die Türken wurden bereits im Juni wegen Raufhandels zu bedingter Haft verurteilt. Somit stehen nur noch die Afghanen vor Gericht. Der Hintergrund der Massenschlägerei, zu der die Afghanen mit Messern und Holz latten anrückten, ist in einem Vorfall vom Vortag (21. September 2015) zu suchen. Der Sohn (18) des später getöteten Türken war beim Hauptbahnhof auf einige der dann angeklagten Afghanen getroffen. Dabei unterhielt sich der Türke mit der Freundin eines Afghanen, was diesem laut Anklage nicht passte, weshalb er und die anderen den 18-Jährigen verprügelten. Tags darauf traf man sich im Park zum "Kampf".

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