Chronik

Tödlicher Unfall: Lenker in U-Haft

Bei einem Unfall im Tauerntunnel starb am Sonntagmorgen ein 25-Jähriger Mazedonier. Nach Abschluss der Erhebungen des Sachverständigen steht fest, dass sein Kollege den Wagen gelenkt hat.



Mit weit überhöhter Geschwindigkeit prallten ein Bulgare (39) und ein 25-jähriger Mazedonier am Sonntag früh mit ihrem Auto in die Tunnelwand des Tauerntunnels. Der 25-Jährige überlebte den Aufprall nicht.

Es ist der erste tödliche Unfall, seit die zweite Röhre des Tauerntunnels vor rund einem Jahr eröffnet wurde.

Gegen 7.35 Uhr wurden die Einsatzkräfte zum Nordportal gerufen. Wenige Meter vor dem Ende des Tunnels in Richtung Salzburg überschlug sich der graue BMW, stieg etwa zwei Meter in die Höhe und touchierte dort ein Notausgangsschild, ehe er total zertrümmert zum Stillstand kam.

Der 25-Jährige wurde im Wrack eingeklemmt. Die Feuerwehren Flachau und Zederhaus waren mit 50 Mann zur Stelle und mussten den Mazedonier mit der Bergeschere befreien. Für ihn kam jede Hilfe zu spät - er verstarb noch an der Unfallstelle.

Sein 39-jähriger Kollege überlebte den Unfall nahezu unverletzt. Beim Eintreffen der Autobahnpolizei stand der Mann vor dem Unfallwagen. Er hatte einen Schock, war aber ansprechbar. Zu den Beamten sagte er, dass sein Kollege am Steuer des Autos gesessen sei.

Die Version schien unglaubwürdig, schon allein deshalb, weil die Beifahrerseite demoliert war und die Fahrertür offen stand. Die Staatsanwaltschaft ordnete deshalb eine Untersuchung des Autos und eine gerichtsmedizinische Obduktion an.

Der Bulgare wurde unterdessen mit dem Notarzthubschrauber Martin 1 in das Krankenhaus nach Schwarzach geflogen. Er wurde bei dem Unfall nur leicht verletzt. Ein Alkotest bei ihm ergab 1,52 Promille.

Im BMW fanden die Beamten leere Bierflaschen und mehrere, halb angetrunkene und hochprozentige Kräuterliköre. Die beiden dürften während der Fahrt einiges konsumiert haben.

Unfallgutachter Gerhard Kronreif analysierte noch am Sonntag das Auto und die Spuren im Tauerntunnel. Er bestätigt, dass der BMW mit weit überhöhter Geschwindigkeit gelenkt wurde. "Für Sekundenschlaf gibt es keine Hinweise. Die beiden waren auch nicht angegurtet", sagt Kronreif. Die Polizei geht davon aus, dass die beiden mit rund 150 km/h durch den Tauerntunnel rasten.

Nach Abschluss der Erhebungen des Sachverständigen steht mittlerweile fest, dass der Wagen vom 39-jährigen Bulgaren gelenkt wurde. Das teilte die Polizei am Montag mit. Wegen Verdacht der fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen wurde von der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft verhängt. Der Mann wurde noch am Sonntagabend in die Justizanstalt Salzburg überstellt.

Aufgerufen am 15.12.2018 um 07:15 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/toedlicher-unfall-lenker-in-u-haft-5890867

Schlagzeilen