Chronik

Tötung eines 19-Jährigen Afghanen in Zell am See: Verdächtiger bestreitet jede Tatbeteiligung

Ein gleichaltriger Landsmann sitzt inzwischen wegen dringenden Mordverdachts in U-Haft. Demnach soll er in der Nacht auf den 22. September auf einem Spielplatz in Zell am See seinen 19-jährigen Freund erwürgt oder erdrosselt haben. Laut Staatsanwaltschaft bestreitet der Verdächtige jeden Zusammenhang mit der Bluttat: Er will demnach zur Tatzeit gar nicht (mehr) am Spielplatz gewesen sein.

Auf diesem Spielplatz wurde ein 19-jähriger Afghane tot aufgefunden. Laut Gerichtsmedizin ist er erwürgt oder erdrosselt worden.  SN/apa(expa
Auf diesem Spielplatz wurde ein 19-jähriger Afghane tot aufgefunden. Laut Gerichtsmedizin ist er erwürgt oder erdrosselt worden.

Nach der Tötung eines 19-jährigen Afghanen vor rund einer Woche in Zell am See ist ein gleichaltriger Afghane am Sonntagabend in Untersuchungshaft genommen worden. Die U-Haft sei wegen dringenden Mordverdachts verhängt worden, erklärte Robert Holzleitner, stellvertretender Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg. Der Beschuldigte bestreitet die Tat.

Die Leiche des Afghanen war bereits am Sonntag, den 22. September, am Vormittag auf einem Spielplatz in Zell am See von Passanten entdeckt worden. Zunächst war ein Selbstmord vermutet worden. Doch am Mittwoch stellte sich bei der gerichtlichen Obduktion heraus, dass der Bursch getötet worden ist. Er war durch Gewalteinwirkung gegen den Hals ums Leben gekommen, also erwürgt oder mit einem Gegenstand erdrosselt worden.

Die beiden Afghanen wohnten in einer Asylunterkunft, die nur wenige Hundert Meter vom Spielplatz entfernt liegt. Erhärtet wurde der Verdacht gegen den 19-Jährigen, weil Ermittlungen ergaben, dass die zwei laut Zeugen eng befreundeten Afghanen in der Tatnacht gemeinsam in Zell am See unterwegs waren. Der Verdächtige wurde am Donnerstagabend im Bereich des Salzburger Hauptbahnhofes festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft Salzburg brachte am Sonntagvormittag einen Antrag auf U-Haft beim Landesgericht Salzburg ein, nachdem der Polizeibericht mit den bisherigen Ermittlungsergebnissen vorlag und der Verdächtige mehrfach von der Polizei einvernommen worden war. "Er bestreitet die Tat", sagte Staatsanwaltschaftssprecher Robert Holzleitner am Montag. Der 19-Jährige habe bei seiner Einvernahme erklärt, dass er "zur Tatzeit nicht am Tatort" gewesen sei. Holzleitner: "Der Beschuldigte sagte aus, dass er am Samstag zwar mit seinem gleichaltrigen Landsmann unterwegs war. Er beteuerte aber, dass er sich dann am Samstagabend von diesem in der Nähe der Asylunterkunft verabschiedete. Und den weiteren Abend nicht mehr mit ihm verbracht hat".

Bisher gebe es keine Hinweise auf einen Drittbeteiligten, sagte Polizeisprecher Hans Wolfgruber. Es weirde weiter ermittelt. Die Befragungen von Zeugen und Auskunftspersonen sowie die Spurenauswertung seien am Laufen. Ausständig sei auch noch das chemisch-toxikologische Gutachten der Gerichtsmedizin zur Frage, ob das Opfer durch Drogen, Alkohol oder Medikamente beeinträchtigt war.

Der Beschuldigte lebte nicht dauerhaft in dem Asylheim, sondern war immer wieder unterwegs. Ihm wurde im Gegensatz zum Opfer humanitäres Bleiberecht in Österreich gewährt. Das Opfer hingegen hatte erst wenige Tage vor seinem gewaltsamen Tod einen Abschiebebescheid erhalten.

Quelle: SN-Wid, Apa

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