Chronik

Toleranzpreis 2018 an Marko Feingold in Salzburg verliehen

Die Europäische Akademie der Wissenschaften ehrt mit ihrem Toleranzpreis Marko Feingold.

Marko Feingold, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, macht sich auch mit seinen 104 Jahren noch für eine aktive Erinnerungskultur stark. Seine jahrzehntelangen Vorträge in Schulen und Führungen in der Synagoge in Salzburg sind Legende.

"Gerade für Teenager, die in einem schwierigen Umfeld aufwachsen, vielleicht sogar in einem rechtsgerichteten Milieu, ist der direkte Kontakt zu Zeitzeugen wichtig", berichtet Feingold aus seinen Erfahrungen mit jungen Menschen. Im besten Fall würden die Jugendlichen ihre antisemitischen Ansichten überdenken. Denn: "Zu jemandem wie mir, der das alles mitgemacht hat, kann man nicht sagen: ,Das ist erfunden!' Ich bin der lebendige Beweis."

Am Samstag wurde Marko Feingold dafür in einer öffentlichen Veranstaltung mit dem renommierten Toleranzpreis, der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste ausgezeichnet.

Wie hochrangig der Preis der Europäischen Akademie ist, lässt sich an den Namen bisheriger Preisträger ablesen, beginnend 1997 mit Teddy Kollek, dem damaligen Bürgermeister von Jerusalem. Es folgten unter anderem Suzanne Mubarak, Kairo; Kardinal Franz König, Wien; Hans-Dietrich Genscher, Bonn; Eugen Biser, München; Kardinal Karl Lehmann, Mainz, und Daniel Barenboim, Buenos Aires. Der 17. Toleranzpreis geht, knapp 20 Jahre nach der ersten Verleihung, an Präsident Marko Feingold.

Der Präsident der Kultusgemeinde übt sein Amt mit großer öffentlicher Verantwortung und Resonanz aus. Aufsehen erregte er unter anderem im Februar 2014 mit seinem Besuch bei einem 21-jährigen Mann in der Untersuchungshaft, der die Synagoge beschädigt und Stolpersteine beschmiert hatte. "Ich wollte Ihnen ins Gesicht schauen", sagte Feingold zu dem jungen Mann und fragte ihn, wie das Essen im Gefängnis sei. "Kann man davon leben? Im KZ konnte man nicht davon leben."

Angesichts der Flüchtlinge im Herbst 2015 erinnerte Feingold daran, dass 1945 in Europa 15 Millionen Juden auf der Flucht waren, "weil ihre Heimatländer sie nicht zurücknehmen wollten".

Quelle: SN

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