Chronik

Toten Liebhaber im Flachgau in Tonne versteckt: Mildere Strafe für 63-Jährige Deutsche

Angeklagte Frau wurde erstinstanzlich am Landesgericht Salzburg wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang zu sieben Jahren Haft verurteilt. Ein Richtersenat des OLG LInz setzte die Haftstrafe nun auf fünf Jahre herab.

Symbolbild.  SN/bilderbox
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Im Fall eines 73-jährigen Pensionisten aus Mattsee, der im Juni 2017 tot in einer Tonne bei seinem Haus aufgefunden worden war, ist am Mittwoch die Strafe für seine Freundin bei einer Berufungsverhandlung am Oberlandesgericht Linz herabgesetzt worden. Die 63-Jährige Deutsche, die im Dezember 2018 wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde, erhielt nunmehr rechtskräftige fünf Jahre Haft.

Die 63-Jährige, verteidigt vom Salzburger Rechtsanwalt Johann Eder, soll ihrem damaligen Lebensgefährten mehrere Schlaftabletten verabreicht haben - ihren Aussagen nach, weil ihr die Sexspiele zu viel wurden und damit der Mann "endlich Ruhe gibt und schläft". Töten habe sie ihn aber nicht wollen, betonte sie. Die Berlinerin gestand ein, dass sie die Leiche des Flachgauers in einer Kunststofftonne in seiner Garage verstaut hatte.

Weil die Angeklagte in Deutschland wegen Betrugsdelikten gesucht wurde, wollte sie eigenen Angaben zufolge mit der Polizei nichts zu tun haben. Deshalb habe sie die Leiche versteckt. Der Tote wurde Ende Juni 2017 in der Tonne entdeckt und die Deutsche festgenommen. Die Todesursache des Pensionisten konnte wegen der starken Verwesung der Leiche nicht geklärt werden.

Die Beschuldigte wurde am 18. Dezember 2018 von einem Geschworenengericht am Landesgericht Salzburg zu sieben Jahren unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt. Die deutsche Staatsbürgerin wurde zudem wegen Störung der Totenruhe, schweren Diebstahls und gewerbsmäßig schweren Betrugs, Urkundenfälschung, Urkundenunterdrückung und Entfremdung unbarer Zahlungsmittel schuldig gesprochen. Lediglich in einem Betrugsfaktum gab es einen Freispruch.

Verteidiger Johann Eder meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung an. Die Staatsanwaltschaft hatte auf Rechtsmittel verzichtet. Der Schuldspruch wurde schließlich vom Obersten Gerichtshof bestätigt.

Was die Strafberufung betrifft, so kam ein Drei-Richter-Senat des Oberlandesgerichtes (OLG) Linz heute zu dem Ergebnis, dass eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren angesichts der Vorgehensweise und der Gesinnung der Täterin "tat- und schuldangemessen" sei, erklärte der Mediensprecher des OLG Linz, Richter Wolfgang Seyer, auf Anfrage der APA. Der Strafrahmen reichte in dieser Causa von einem Jahr bis zu 15 Jahren Haft.

Quelle: APA

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