Chronik

Toter in der Badewanne: Keinerlei Hinweise auf Stromunfall

Im Fall der mutmaßlichen Ermordung eines Serben in Salzburg wurde ein elektrotechnisches Gutachten eingeholt. Im Hintergrund stand wohl auch die Frage, ob ein elektrisches Gerät in die Wanne geworfen und so den FI-Schalter in der Wohnung des Opfers aktiviert haben könnte. Tatverdächtig des Mordes sind zwei Syrer.

Toter in der Badewanne: Keinerlei Hinweise auf Stromunfall SN/robert ratzer
Ein Kriminaltechniker am Tatort in der Salzburger Elisabethstraße.

Im Fall jener zwei Syrer, die in dringendem Verdacht stehen, vor einem Monat in der Salzburger Elisabethstraße einen Serben beraubt und getötet zu haben, ließ die Staatsanwaltschaft ein auf den ersten Blick ungewöhnliches Gutachten einholen. Ein elektrotechnischer Sachverständiger wurde vor eineinhalb Wochen damit beauftragt, zu erheben, ob der mutmaßlich gewaltsame Tod des 31-jährigen Serben auch auf einen "Elektro- oder Stromunfall" zurückgeführt werden könne.

Hintergrund für die Gutachterbestellung: Beim Auffinden des Opfers, das tot in der Badewanne seiner Wohnung lag, war offenbar der Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter) für die Wohnung aktiviert, also "gefallen". Im Zusammenhang mit der Bestellung dürfte somit auch die Frage gestanden sein, ob allenfalls auch ein elektrisches Gerät in die Wanne geworfen worden sein könnte.

Das Gutachten des Elektrotechnikers liegt inzwischen bereits vor. Robert Holzleitner, Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Dienstag auf Anfrage: "Laut dem Gutachten gibt es keine Hinweise darauf, dass der Tod des Opfers durch einen Elektrounfall oder generell durch Strom eingetreten ist."

Wie berichtet sollen die beiden 19-jährigen Syrer Muhaned S. und Adulrahman W. den 31-jährigen Serben in der Nacht auf den 10. Juli in dessen Wohnung gefesselt, geschlagen und über lange Zeit gewürgt haben. Anschließend sei das Opfer in die volle Badewanne gelegt worden und beraubt worden. So gestanden die zwei Tatverdächtigen, zahlreiche Textilien des Opfers aus der Wohnung mitgenommen zu haben.

Laut einem vorläufigem Ergebnis der Salzburger Gerichtsmedizin sei beim Opfer "ein Bruchgeschehen im Bereich des Kehlkopfes" festgestellt worden, teilte Staatsanwaltschaftssprecher Robert Holzleitner mit.

SN-Recherchen zufolge konnte die Todesursache bisher nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Laut den Ermittlungen hatte einer der Syrer das Opfer lange Zeit gewürgt. Die Polizei hatte in einer Pressekonferenz betont, dass die beiden Syrer den Tod des Opfers in Kauf genommen hätten. In ihren Vernehmungen soll das Duo aber den Vorwurf einer (bedingt) vorsätzlichen Tötung des Serben zurückgewiesen haben.

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