Chronik

Totes Schaf im Pongau: Experten sind sich nicht grün

In Bad Hofgastein fand man ein totes Schaf. Laut Landesveterinärdirektion wurde es von einem Tier gerissen. Ein erfahrener Tierarzt glaubt jedoch, die Tötung und Fleischentfernung sei durch Menschenhand erfolgt.

Symbolbild.  SN/christine schweinöster
Symbolbild.

Tatsache ist: Am 29. Oktober wurde auf einer Weide in Bad Hofgastein ein getötetes Schaf gefunden. Bei dem Tier fehlte auffallend viel an Fleisch.

Erstaunen lässt aber: Während die Tierärztin, die das Schaf untersuchte, und auch die Landesveterinärdirektion davon überzeugt sind, dass im Zusammenhang mit der Tötung "kein Hinweis auf menschliches Handeln" vorliege, glaubt Hans Christ, Tierarzt im Gasteinertal, hingegen sehr wohl daran: "Ich habe mehrere Fotos von dem getöteten Schaf analysiert. Diese hat ein Jäger nach der Auffindung gemacht. Für mich war das garantiert kein Viehriss. Das war eine menschliche Tötung; und Menschen haben daraufhin Fleisch entfernt."

Christ, seit 30 Jahren Veterinärmediziner, entnimmt den Bildern vom toten Tier "aus meiner Sicht eindeutige Schnitte. Um den nackten Hals des Schafes ist ein so genannter zirkulärer Ringschnitt erfolgt. Zudem wurde das Fleisch von den Rippen penibel abgeschabt. Das kann in dieser Symmetrie kein Tier getan haben. Ich halte das klar für menschliche Tätigkeiten, die an dem Schaf vorgenommen wurden". Seine Ansicht, sagt Christ, würden auch Jäger und von ihm konsultierte Metzger teilen.

Ebenfalls bemerkenswert in diesem Zusammenhang: Auch die Polizei hatte in einer ersten Presseaussendung kurz nach Auffinden des Schafes berichtet, dass "laut ersten Ermittlungen" vermutlich ein Mensch das Tier geschlachtet, das verwertbare Fleisch entfernt und dann den Kadaver zurückgelassen habe. In einer zweiten Aussendung tags darauf meldete die Polizei dann aber, dass eine "veterinärmedizinische Untersuchung" ergeben habe, dass "keine Hinweise auf ein menschliches Handeln" vorliegen. Die Untersuchung (durch eine Tierärztin, Anm. der Red.) habe zudem ergeben, dass es sich jedenfalls um einen Viehriss handle und sich nicht mehr feststellen lasse, welches Tier genau nun das Schaf getötet habe.

Landesveterinärdirektor Josef Schöchl kann im SN-Gespräch am Freitag der Ansicht Christs nichts abgewinnen: "Ich habe mir mit anderen Kollegen die Bilder jetzt auch genau angesehen. Für uns war das ein Viehriss. Und die ,Nachnutzung' an dem toten Tier ist durch einen Fuchs erfolgt." Schöchl betonte zudem, "dass die Tiersektion der Kollegin keine Hinweise auf eine allfällige Schächtung des Schafes ergeben hat". Weiters sei der entdeckte Kadaver auch "nicht mehr frisch gewesen". Fazit des obersten Landesveterinärs: "Welches Tier genau das Schaf gerissen hat, wissen wir nicht - aber es war kein Mensch. Und wir sind überzeugt, dass auch kein Mensch hier Fleisch entfernt hat, sondern dass hier in erster Linie ein Fuchs Fleisch abgefressen hat."

Aufgerufen am 21.11.2018 um 09:19 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/totes-schaf-im-pongau-experten-sind-sich-nicht-gruen-60615937

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