Chronik

Touristiker entwickeln Konzepte

Pongauer Touristiker trafen LH Wilfried Haslauer (ÖVP) bei einem Tourismusgipfel. Maßnahmen für die Wintersaison wurden diskutiert.

In der kommenden Wintersaison wird es kein Après-Ski mit Partymusik oder DJ-Begleitung geben. SN/sw/topflight
In der kommenden Wintersaison wird es kein Après-Ski mit Partymusik oder DJ-Begleitung geben.

Besonders trifft die Coronavirus-Pandemie derzeit Regionen und Gemeinden, die vor allem auf internationalen Tourismus gesetzt haben: "Etwas, worauf wir alle auch jahrelang geschaut haben", sagt Stefan Passrugger, Geschäftsführer von Wagrain-Kleinarl Tourismus, "jene mit vielen Touristen aus Österreich und Deutschland sind besser durch die Sommersaison gekommen. Wir haben daher etwa zehn bis 40 Prozent Nächtigungsverluste, je Region. Besonders betroffen sind natürlich Hotelleriebetriebe mit vorwiegend internationalen Gästen oder Jugendgästehäuser."

Prinzipiell sei man im Pongau mit einem hellblauen Auge davongekommen, "doch die Österreicher allein hätten niemals unsere Saison gerettet. Viele Gäste sind aus Sicherheitsgründen gar nicht in Urlaub gefahren."

Seit Anfang der Woche gibt es weitere Verschärfungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Passrugger weiß bereits: "Im Winter wird es keine Steh- oder Barplätze bei den Hüttenbetrieben geben. Es wird kein Après-Ski mit Partymusik, lauter Beschallung oder etwa mit DJ-Begleitung geben." Gästen in der Gastronomie werde ein Sitzplatz zugewiesen, "auch der Gast muss sich darum rechtzeitig kümmern." Große Befürchtungen für die kommende Saison hat man wegen einiger "schwarzer Schafe, die sich möglicherweise nicht an die geltenden Verordnungen halten. Sie werden allerdings verwarnt und bestraft werden", betont der Touristiker: "Wenn sich etwa ein einzelner Betrieb nicht an die Regeln hält. Die Verantwortung wird hier bei den Gemeinden liegen. Das ist wichtig, denn die Alternative ist nur, dass deshalb eine ganze Region aufgrund des Verhaltens einiger weniger heruntergefahren werden muss." Leider wisse man, dass die höheren Infektionszahlen von einigen Uneinsichtigen und privaten Partys kommen.

Von der derzeitigen Ampelregelung zeigen sich Touristiker enttäuscht: "Wir können das unmöglich auf Bezirksebene austragen, wenn etwa einzelne Gemeinden einen Cluster aufweisen. Wenn beispielsweise Forstau betroffen wäre, dann muss das doch nicht Mühlbach oder Gastein mit austragen?"

Passrugger rechnet für den Winter mit weiteren Rückgängen, "es wäre ein Wunder, wenn das anders wäre". Auch dass die Ampelschaltung in der Regel jeden Freitag geschehe, stößt dem erfahrenen Touristiker auf: "Da sind viele Gäste bereits unterwegs."

Amtsärzte und Bezirksbehörden bräuchten dringend mehr Ressourcen, alles müsse schneller gehen, damit man auch rechtzeitig reagieren könne, so Passrugger. Dazu müsse künftig weiter viel getestet werden. Besondere Hoffnung setzen die Touristiker auf schnellere Test: "Wir haben gehört, dass es gute Ergebnisse dafür gibt. In Wien werden solche entwickelt, die Ergebnisse sind innerhalb von zehn bis 20 Minuten da. Was uns gesagt wurde, ist, dass sie auch recht sicher sein sollen. Jetzt hoffen wir, dass sie rechtzeitig für die Wintersaison einsetzbar sind."

In Entwicklung seien auch neue Apps, die Besucher in Restaurants anonym informieren, wenn es dort zu positiven Fälle gekommen sei.

Vieles von den Vorschlägen und Forderungen der Touristiker aus der Region sei sehr positiv aufgenommen worden.

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