Chronik

Trio rammte Salzburger Juweliergeschäft mit Auto

Blitzeinbruch am Montag kurz vor vier Uhr in der Früh im Bereich Alter Markt in der Stadt Salzburg: Die Täter erbeuteten Uhren und Schmuck im Wert von rund einer halben Million Euro.

Wie die Täter in der Nacht zum Montag mit einem Auto in die mit Pollern abgesperrte Salzburger Innenstadt bis zum Alten Markt und wieder hinaus gelangen konnten, wird von den Kriminalisten noch ermittelt. "Vermutlich haben sie im Bereich des Papagenoplatzes eine Zufahrtsmöglichkeit gesucht und dabei ein Verkehrszeichen ausgerissen", so ein Beamter.

Nach bisherigem Ermittlungsstand sind die drei noch unbekannten Täter gegen 3.45 Uhr mit einem schwarzen Audi, vermutlich ein A6 oder A8, im Retourgang gegen das Schmuckgeschäft am Alten Markt gekracht. Als "Schutz" hatten sie zuvor eine hölzerne Ramme auf dem Fahrzeugheck befestigt.

Die Zerstörung im Eingangsbereich ist enorm. Die Täter stiegen aus, zertrümmerten die Vitrinen im Geschäftsinneren und erbeuteten dabei sämtliche dort ausgestellten Uhren. Anschließend dürften sie mit dem Audi über die Anfahrtsroute aus der Altstadt entkommen sein. "Nach den Aufzeichnungen im Überwachungsvideo hat der Blitzeinbruch weniger als drei Minuten gedauert", sagte ein Polizeibeamter.

Am Montagvormittag begannen Arbeiter mit ersten Sicherungsarbeiten im ausgeräumten Geschäft. Der Wert der erbeuteten Uhren soll bei rund einer halben Million Euro liegen.

Auffallende Parallele zu Fall in München

Dieser Coup in Salzburg weist eine auffallende Parallele zu einem Fall in München vor wenigen Tagen auf: Damals räumten vier Männer in Tarnkleidung den Juwelier Bucherer in der Residenzstraße aus. Auf dem Video der Überwachungskamera ist zu sehen, wie ein Audi A6 gegen 3.40 Uhr die Sicherungen im Eingangsbereich des Juweliers durchbricht. Anschließend zertrümmern vier Männer mit Hämmern die Vitrinen und räumen sie leer.

Der Bande fielen Luxusuhren verschiedener Edelmarken in die Hände, zudem Schmuck. Der Wert der Beute soll nach Informationen der Münchner "Abendzeitung" (AZ) bei über 1,5 Millionen Euro liegen. Die Viererbande hatte nur wenige Minuten Zeit. In der Hektik verletzte sich einer der Männer an Glasscherben einer Vitrine. Blut wurde auch im Fluchtwagen, einem VW Golf, gefunden. "Die Verletzung ist so erheblich, dass der Betreffende ärztliche Hilfe benötigt", sagte Kriminaloberrat Holger Schmidt.

Die Fahnder überprüfen derzeit Münchner Kliniken und Notfallpraxen. Sie suchen nach einem Patienten, der wegen einer Schnittverletzung behandelt wurde - bisher ohne Erfolg. Im Kriminallabor wird aus dem sichergestellten Blut ein genetischer Fingerabdruck erstellt. Ein Ergebnis sei bis kommende Woche zu erwarten, so ein Polizeisprecher. Die DNA wird mit der Datenbank der Polizei abgeglichen, in der Straftäter gespeichert sind.

Weitere ungeklärte Fälle mit demselben Muster

Ein konkreter Ermittlungsansatz führt nach Stuttgart. Dort war am 9. Oktober 2019 ein Juwelier in der Eberhardstraße das Ziel. Auch hier trugen die Täter, zwei Männer, Jacken und Hosen mit Tarnmuster. Um 4.15 Uhr rammten sie mit einem gestohlenen Mazda CX-5 das Panzerglas des Eingangs. Doch der massive Sperrriegel an der Türinnenseite hielt. Der Coup scheiterte. Fluchtauto war, wie im Münchner Fall, ein gestohlener Golf.
Am 29. April 2019 war ein Juwelier in der Stuttgarter Kirchstraße das Ziel. Mit einem VW-Transporter rammten die Täter in der Nacht die Ladenscheibe, doch das Panzerglas hielt.
Auch in Bamberg hat die Bande offenbar zwei Mal zugeschlagen. Am 26. November 2019 rammten Männer mit einem gestohlenen Audi A6 gegen 4.15 Uhr morgens mehrmals den Eingang eines Juweliers. Die Panzerglasscheibe hielt. Die Täter gaben auf und flohen ohne Beute.
Am 14. Jänner hatten vier Männer in einem gestohlenen Mazda-SUV gegen 4.15 Uhr morgens die Panzerglasscheibe eines Juweliers am Grünen Markt durchbrochen. Sie trugen laut Zeugen dunkle Tarnkleidung und waren vermummt. Sie entkamen unerkannt mit Luxusuhren und teurem Schmuck.

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