Chronik

Tunnel Liefering wird zum Nadelöhr: Stau zum Start der Sanierung

Staus sind programmiert. Bereits am Montagvormittag sorgte ein Auffahrunfall für Verkehrschaos.

Die Baustelle, die sich am stärksten auf den Verkehr rund um die Stadt Salzburg auswirkt, hat am heutigen Montag im Bereich der Westautobahn zwischen Kleßheim und Salzburg-Mitte begonnen: Bis Jahresende soll der Autobahntunnel Liefering generalsaniert und auf den neuesten Stand der Sicherheitstechnik gebracht werden. Der Tunnel wird somit zum Nadelöhr.

Was schon im Vorhinein befürchtet wurde, trat gleich am Montagvormittag ein. Ein Auffahrunfall, der glimpflich endete, führte gegen 9 Uhr früh zu einem Verkehrschaos: Drei Lkw und ein Kleinlaster waren in den Unfall verwickelt. Es gab keine Verletzten. Der Tunnel musste allerdings in beide Richtungen gesperrt werden. Lange Staus waren die Folge. "Die Sperre hat etwa eine Stunde gedauert", erklärt Asfinag-Sprecher Christoph Pollinger. Der Großteil des Staus löste sich im Laufe des Vormittags auf, vor den Tunneleinfahrten kommt es aber weiterhin immer wieder zu Verkehrsbehinderungen.

Details zur aktuellen Verkehrslage sehen Sie hier. Der Salzburger Verkehrsverbund teilt indes 50.000 Öffi-Gutscheine an die im Stau stehenden Pkw-Lenker aus. "Diese Initiative ist eine klare Botschaft an die Pendler, dass es eine Alternative zu den täglichen Staus gibt", erklärte Landesrat Hans Mayr.

Tunnel wird saniert

Details zum Tunnelumbau: Vorerst muss die dreispurige Fahrbahn in Richtung Wien auf zwei Spuren verengt werden, um Platz für den Gegenverkehr, der ebenfalls auf zwei Spuren zusammengeführt wird, zu machen. Bei bis zu 100.000 Fahrzeugen, die täglich durch die Tunnelanlage fahren, sind Staus programmiert.

"Ohne Staus wird es wohl nicht gehen. Man sollte rund 15 Minuten mehr einplanen", bestätigte Gernot Brandtner, Geschäftsführer der Asfinag-Baumanagementgesellschaft bei der Präsentation des Projekts.

Im Bereich der Baustelle wird es ein Tempolimit von 60 km/h geben. Dazu wird die Abfahrt Salzburg-Mitte in Fahrtrichtung Wien gesperrt. Das heißt für alle Lenker, die entweder über Lehen in die Stadt oder nach Freilassing wollen, eine Umleitung über die Ausfahrt Salzburg-Nord und dann wieder zurück bis Salzburg-Mitte zur Ausfahrt in Richtung Süden. Das schlägt zumindest die Asfinag vor.

Das Verkehrsmanagement der Stadt schlägt hingegen eine Umleitung über die Ausfahrt Salzburg-Messe vor. "Wer die ohnehin immer wieder angespannte alltägliche Verkehrssituation in der Früh und am Abend in diesen Bereichen kennt, wird sich vorstellen können, dass es bis zum Verkehrsstillstand kommen kann", sagte ein Verkehrspolizist.

Dieter Rauchenzauner, stellvertretender Leiter der Salzburger Verkehrsabteilung, bestätigte im SN-Gespräch: "Wenn es im Bereich Salzburg-Nord zu einem Verkehrskollaps kommen sollte, kann die Polizei nichts tun."

Neue Pläne für den Sommer: Stau am Stadtrand

Parallel sorgt die Ankündigung des Verkehrsstadtrates Johann Padutsch (BL), an den drei Einfallstraßen (Münchner, Innsbrucker und Linzer Bundesstraße) sogenannte Pförtnerampeln zu aktivieren, für Unmut in den Randgemeinden.

Das Argument der Stadt: Wenn die Aufnahmefähigkeit im Stadtgebiet erreicht wird, werden die Ampelphasen länger auf Rot bleiben. Damit könne ein Stillstand verhindert werden. Gegenargumente aus Nachbargemeinden und sogar aus dem Salzburger Altstadtverband: Der Stau werde nur nach außen verlagert. Außerdem würde es auch einheimische Gewerbetreibende, die terminorientiert arbeiten müssten, schwer treffen.

Empfehlungen, wie den drohenden Staus am besten auszuweichen sei, will die Salzburger Verkehrspolizei bewusst nicht geben. Einerseits seien viele Autos mit Navigationsgeräten ausgestattet, mit denen auch ortsunkundige Gäste aus dem Ausland gegebenenfalls verstaute Einfallstraßen umfahren könnten. Andererseits müssten sich Bewohner von früher nicht so frequentierten Stadtteilen und Straßenzügen leider einfach auf mehr Verkehr einstellen.

Quelle: SN

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