Chronik

Umbau des Salzburger Justizgebäudes hat "bestens funktioniert"

Bei der nun abgeschlossenen Generalsanierung und Erweiterung des Justizgebäudes in Salzburg-Nonntal blieb man nicht nur im vorgegebenen Zeitplan. Auch die veranschlagten Baukosten von 59 Millionen Euro wurden eingehalten. Für den Chef der städtischen Baubehörde, Andreas Schmidbaur, war das Bauvorhaben Justizgebäude "das am besten funktionierende in der Altstadt".

Seit vergangenen Montag , den 12, November, herrscht im generalsanierten, großzügig erweiterten und nun hochmodernen Salzburger Justizgebäude wieder Vollbetrieb. Rund 230 Mitarbeiter sämtlicher landesgerichtlicher Straf- und Zivilabteilungen, vom Arbeits- und Sozialgericht sowie von der Staatsanwaltschaft sind seit Ende Oktober übersiedelt und nun im neuen alten Justizgebäude beheimatet.

Insgesamt wurde 40 Monate auf der größten Baustelle der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) im Land Salzburg gewerkt. Für die Planung zeichnete das Wiener Architekturbüro Franz & Sue verantwortlich - dieses hatte sich in einem anonymen europäischen Architektenwettbewerb unter insgesamt 49 Bewerbern durchgesetzt.


Gebäude nach mehr als 100 Jahren endlich saniert

Das äußere Erscheinungsbild des rund 110 Jahre alten Gebäudes blieb zwar erhalten. Innen wurde aber aufwendigst saniert und sogar ein großer, für alle Bürger offener Innenhof geschaffen. Von allen vier Himmelsrichtungen gelangt man nun in den Hof und von dort zum hochmodernen Eingangsbereich, der sich in einem neu errichteten, großen y-förmigen Zubau befindet.

Insgesamt verfügt das neue Justizgebäude jetzt über 750 Räume und 29 - auf den neuesten Stand der Technik gebrachte - Verhandlungssäle. Zudem gibt es künftig ein Dachterrassencafé (dieses eröffnet am 19. November), das auch Besuchern ohne Amtsweg offen steht.

Der gesamte Justizkomplex - Gesamtfläche rund 27.300 Quadratmeter - ist jetzt barrierefrei zugänglich und, weil mit sehr viel Glas adaptiert, auffallend lichtdurchflutet.

Besonders erfreut darüber, dass Salzburg nun endlich ein modernes Justizzentrum hat, ist Landesgerichtspräsident Hans Rathgeb. Er hat seit seiner Ernennung zum LG-Präsidenten im Jahr 2008 intensivst und letztlich erfolgreich um eine Generalsanierung gekämpft: "Das damals neue Justizgebäude wurde 1909 eingeweiht. Seither gab es nie auch nur eine ernsthafte Sanierung. Das Haus war zuletzt schon mehr als desolat und platzte aus allen Nähten." Man habe, so der Präsident erfreut, bei der Umsetzung des Bauvorhabens "eine zeitliche und finanzielle Punktlandung hingelegt".

Spagat zwischen Denkmalschutz und Moderne

Eine echte Herausforderung bei Sanierung und Umbau des historischen Gebäudes war es, den Spagat zwischen Denkmalschutz und baupolizeilichen Vorschriften zu bewältigen. So wurden die etwas mehr als drei Jahre dauernden Arbeiten (Baubeginn: Sommer 2015) "denkmalfachlich" begleitet. Diesbezüglich im Fokus standen unter anderem die Bearbeitung der historischen Fassaden, die Restaurierung der historischen Portale und Fenster oder die Modernisierung des Schwurgerichtssaals als das historische Herzstücks des Gebäudes.

Dass es gelungen, beim Bau Denkmalschutz, justizielle Erfordernisse und Modernisierung sehr gut zu kombinieren - darüber waren sich die Experten bei einer Podiumsdiskussion am Mittwoch unter dem Motto "Abenteuer Altbausanierung" einig. Auf dem Podium im ebenfalls neu sanierten Mehrzwecksaal des Justizgebäudes saßen unter anderem LG-Präsident Rathgeb, Wolfgang Gleissner, Geschäftsführer der BIG und damit Bauherr, sowie Andreas Schmidbaur, Leiter der Baubehörde und der Raumplanung in der Stadt Salzburg. Moderiert wurde die Diskussion von SN-Chefredakteur Manfred Perterer.

Nur eine einzige Beschwerde während der Bauzeit

Für den Chef der städtischen Baubehörde, Andreas Schmidbauer, war die Generalsanierung unter allen großen und größeren Bauvorhaben in der Salzburger Altstadt in den vergangenen Jahrzehnten sogar "das am besten funktionierende". Während der rund 40-monatigen Bauzeit - teilweise waren mehr als 100 Handwerker und zahlreiche Schwerfahrzeuge gleichzeitig auf der Großbaustelle - habe es "nur eine einzige" offizielle Beschwerde gegeben.

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