Chronik

Umstrittene Künstlerin schuf Fresko in Zell am See

Poldi Wojtek gestaltete 1928 das Logo für die Salzburger Festspiele. Im selben Jahr malte sie in Zell am See auch ein Fresko, das an einer Außenwand des "Beamtenhauses" zu sehen ist.

"Für mich ist es ein Kunstwerk. Ich sehe es immer wieder gerne", sagt Bezirksarchivar Horst Scholz. Die Wandmalerei ist am so genannten "Beamtenhaus" angebracht, das zentral an der Ecke Loferer Bundesstraße/Hafnergasse steht.

Schöpferin des Werkes ist Poldi Wojtek, von ihr stammt auch das Logo der Salzburger Festspiele. Sie ist nun in die Kritik gekommen. Der frühere SPÖ-Politiker und Historiker Walter Thaler fordert, das Logo der Festspiele zu ändern. Denn Wojtek sei mit dem NSDAP-Parteigänger und "Kunsträuber" Kajetan Mühlmann - er stammte aus Uttendorf im Pinzgau - verheiratet gewesen. Zudem habe sich Wojtek in der NS-Zeit von ihrem Mann protegieren lassen und habe in der arisierten Villa einer Malerin gewohnt, die in der Kriegszeit deportiert und vermutlich ermordet wurde.

Horst Scholz will sich in keine politischen Diskussionen einlassen. Er sieht vor allem das Kunstwerk - "und davon gibt es in Zell am See nur wenige. Man muss es richtig hervorheben, und es ist schön, dass man es öffentlich betrachten kann".

Das Fresko zeigt Fischer auf dem Zeller See. In der deutschen Malerzeitung "Die Mappe" aus dem Jahr 1930/31 steht: "Die Abbildung der Malerin veranschaulicht eine Seite ihres Könnens, die große Kunst monumentaler Fassadenmalerei, ihre dekorative Begabung und ihre Fantasie. Dem Bild merkt man sogleich an, dass es von Frauenhand stammt, die männlichen Figuren haben einen weiblichen Zug an sich. Das Fresko zeigt ein gereiftes Können voll persönlicher Eigenart." Gemalt hat Wojtek es im Jahr 1928, als das Beamtenhaus erbaut wurde. Im selben Jahr hatte sie auch das Logo für die Festspiele geschaffen.

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