Chronik

Unternberg: Einsatzkräfte suchten mit Nachtsichtgeräten nach vermisster Schülerin

Ein elfjähriges Mädchen hatte sich im Lungau am Schwarzenberg in der Finsternis verirrt. Nach ihrem Hilferuf war der Handy-Akku leer.

Der mit Wärmebildkamera und Nachtsichtgeräten ausgestattete Salzburger Polizeihubschrauber „LIbelle FLIR“.  SN/polizei
Der mit Wärmebildkamera und Nachtsichtgeräten ausgestattete Salzburger Polizeihubschrauber „LIbelle FLIR“.

Ein glückliches Ende nahm in der Nacht zum Freitag eine stundenlange Suchaktion nach einem verirrten Kind im Lungau. Das elfjährige Mädchen, dass in Unternberg bei Zieheltern lebt, hatte am Donnerstag gegen 20 Uhr ihren Pflegevater am Mobiltelefon angerufen und ihm gesagt, sie habe sich am Schwarzenberg vergangen. Sie stecke in einem Dickicht fest und wisse nicht mehr weiter. Dann riss die Telefonverbindung ab.

Der Ziehvater verständigte nun sofort die Polizei, von der eine Suchaktion mit Bergrettung und Feuerwehr organisiert wurde. In Summe waren 16 Bergretter mit drei Suchhunden sowie 40 Leute der Feuerwehr Unternberg und fünf Polizeibeamte im Einsatz. Zusätzlich startete von Salzburger der Polizeihubschrauber "Libelle FLIR" mit den Piloten Clemens Tschinkel und Christian Graf sowie dem Operator Franz Standl. Dieser Hubschrauber ist nachtflugtauglich und mit einer Wärmebildkamera, einem starken Scheinwerfer sowie Nachtsichtgeräten ausgestattet.

Nur wenige Minuten vor 23 Uhr bemerkte die Hubschrauberbesatzung in ihren Nachtsichtgeräten einen kleinen weißen Punkt durch den Blätterwald. Für wenige Sekunden dürfte das Handy des Mädchens wieder etwas Strom bekommen haben und das Display leuchtete kurz auf. "Durch eine Nachtsichtbrille erscheint dann dieses kleine Licht wie eine Feuerquelle", bestätigte Chefinspektor Andreas Beinhofer, stellvertretender Leiter der Flugeinsatzstelle.

Damit war der Standort des Kindes bestimmt. Die Piloten gaben dies sofort über Funk an die Bergrettungsleute weiter. Georg Schiefer, stellvertretender Ortsstellenleiter von Tamsweg, war ebenfalls bei diesem nächtlichen Einsatz dabei: "Nur kurze Zeit später konnte das Kind auch von einem der Hundeführer lokalisiert werden. Das Mädchen hat sich zudem mit Rufen bemerkbar gemacht", so Schiefer.

Die Rettungsmannschaften befreiten die Elfjährige aus ihrer misslichen Lage und brachten es zu einem befahrbaren Güterweg, wo bereits ein Fahrzeug der Feuerwehr auf die Gerettete wartete. Das unversehrt gebliebene Mädchen wurde ins Tal gefahren und den Pflegeeltern übergeben.

Der Tamsweger Bergretter und Sanitäter Georg Schiefer beschreibt den Schwarzenberg als dicht bewaldeten Berg, auf den es nur alte Hohlwege gebe. "Wir sind alle froh, dass die Aktion so glücklich verlaufen ist. Es ist leicht nachvollziehbar, welche Ängste ein elfjähriges Mädchen in der völligen Finsternis in einem Wald mit Gestrüpp empfunden haben muss."

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