Chronik

Unwetter zerstören die Wege

Die Pflege seiner 3750 Kilometer Wege in Salzburg wird für den Alpenverein schwieriger. In Weißbach halfen Jugendliche freiwillig.



Jugendliche aus Österreich, Russland und der Ukraine reparieren derzeit in Weißbach einen Wanderweg. Sie verrichten die Schwerarbeit ohne Bezahlung, sogar die Anreise haben sie selbst finanziert. Der Alpenverein (ÖAV), der die Aktion organisiert, sorgt nur für Kost und Logis.

Die Wegesanierung in Weißbach ist eine von 23 Umweltbaustellen des Alpenvereins in Österreich. Jugendliche aus ganz Europa arbeiten mit. Neben der Wegerhaltung werden dabei auch andere Maßnahmen im alpinen Bereich gesetzt. Der reparierte Weg vom Hirschbichl zur Litzlalm im Naturpark Weißbach sei ein beliebter Wanderweg, sagt Bürgermeister Josef Hohenwarter. Der Regen hat ihm aber in den letzten Jahren stark zugesetzt. Für Familien war er praktisch nicht mehr begehbar.

Der ÖAV betreut einen Großteil der Wanderwege und Steige in Salzburg. Im Bundesland sind es 3750 Kilometer. Das koste im Jahr 175.000 Euro, sagt Brigitte Slupetzky, Vorsitzende des Landesverbands. "50.000 Euro bekommen wir an Förderungen vom Land. Den Rest schießt der Alpenverein aus Mitgliedsbeiträgen zu." Wenn es große Schäden nach Unwettern gibt wie momentan, erhält der ÖAV auch Geld aus dem Katastrophenfonds des Landes. "Grundsätzlich bin ich mit den Förderungen ja zufrieden", sagt Slupetzky. "Aber als Erhalter der touristischen Infrastruktur würde ich mir wünschen, dass wir nicht mehr betteln gehen müssen. Es ist aber eher zu befürchten, dass die Förderungen zurückgehen." Möglich ist die Erhaltung der Wege ohnehin nur, weil die Alpenvereinsmitglieder in ihrer Freizeit arbeiten. Bezahlt werden muss nur das Material und das Kilometergeld für die Mitglieder. "Und viele verzichten auch darauf", sagt Slupetzky.

Die Erhaltung der Wege werde auch aus klimatischen Gründen zunehmend schwieriger, sagt die Landesvorsitzende. "Wegen der häufigeren Starkregenereignisse und des Aufbruchs des Permafrosts im Höhenbereich steigt der Aufwand. Wenn die Geldnot zu groß wird, müssten wir Wege sperren, die wir nicht mehr betreuen können. So weit ist es bisher aber noch nie gekommen."

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