Chronik

Urlaub am Bauernhof auch im Tennengau ein Wirtschaftsfaktor

Was vor 25 Jahren mit einem Büro, einer Schreibmaschine und 80 Gründungsmitgliedern begann, hat sich zu einem wichtigen Qualitätsprodukt im heimischen Tourismus entwickelt. Im Tennengau sind mehr als 20 Höfe und Hütten mit dabei, landesweit gibt es über 200 bäuerliche Vermieter.

Der Hinterkellaubauer liegt idyllisch in sonniger und ruhiger Lage im Landschaftsschutzgebiet des Kuchler Ortsteils Kellau. Vermietet wird hier seit 16 Jahren. Seit drei Jahren ist Hinterkellaubäurin Augustine Lienbacher Obfrau von Urlaub am Bauernhof (UaB) in Salzburg. "Uns geht es darum, gemeinsam etwas zu bewegen. Kleine Betriebe tun sich außerdem allein schwer, die nötigen Mittel zur Vermarktung aufzutreiben", sagt Lienbacher. Typisch für die Region Tennengau sei die hohe Anzahl an Nebenerwerbsbetrieben. "Wir selbst können uns nur durch die Vermietung im Vollerwerb halten."

Auf 616.000 Nächtigungen im Jahr kommen die Mitgliedsbetriebe von Urlaub am Bauernhof in Salzburg. Im Tennengau sind mehr als 20 Höfe und Hütten mit dabei, zwei davon seit der Gründung im Jahr 1992. Bei der 25. Jahreshauptversammlung auf Schloss Goldegg standen kürzlich langjährige bäuerliche Vermieter im Mittelpunkt. Neben den beiden Tennengauer "Urgesteinen" wurden 64 weitere Gründungsmitglieder geehrt.

"Urlaub am Bauernhof ist nicht nur eine innovative Erfolgsgeschichte, sondern auch ein unverzichtbares Standbein für viele bäuerliche Betriebe in der Landwirtschaft", sagt Landwirtschaftskammerpräsident Franz Eßl, der selbst vor seiner Tätigkeit als Interessenvertreter und Politiker Erfahrung als bäuerlicher Vermieter sammeln durfte. "Die Sparte investiert in die Zukunft, erhält den Lebensraum Bauernhof für Gäste und Familien und ist gleichzeitig ein präg nanter Wachstumsimpuls für den ländlichen Raum."

In der bäuerlichen Vermietung gehe es aber auch viel um persönliche Beziehungen, betont UaB-Obfrau Augustine Lienbacher: "Die Gastgeberqualitäten machen unsere Vermieter erfolgreich. Gerade in wirtschaftlich und gesellschaftlich schwierigen Zeiten erkennen sowohl Gäste als auch Vermieter verstärkt den Wert der Familie, des Zusammenhalts, des Bodenständigen und des Gewachsenen. Mit dem bewirtschafteten, echten Bauernhof und unseren zufriedenen bäuerlichen Gastgebern haben wir eine einzigartige, unverwechselbare Grundlage für unseren touristischen Erfolg", so Obfrau Augustine Lienbacher.

Die Gäste kommen seit vielen Jahrzehnten immer wieder auf "ihren" Hof zurück. Gefragt nach den Gründen, warum sie denn seit 25 Jahren Stammgäste seien, meint Ingrid Schrötter aus Unterschwaningen: "Die Gastfreundschaft der alten Lainer-Oma und später die freundschaftliche Beziehung zur jungen Bäuerin Burgi haben uns immer wieder gerne nach Großarl kommen lassen."

Die Auslastung der Mitgliedsbetriebe konnte in den vergangenen 25 Jahren um 36 Prozent auf 123 Vollbelegstage gesteigert werden. Der Durchschnittspreis lag 1992 bei 170 Schilling pro Person im Doppelzimmer mit Frühstück - 25 Jahre später können die bäuerlichen Vermieter 37 Euro pro Person und Tag im Doppelzimmer mit Frühstück verlangen. Die Tagesausgaben der Bauernhofgäste belaufen sich auf ca. 170 Mio. Euro bis 190 Mio. Euro pro Jahr für das Salzburger Land. 50 % davon bleiben auf den Höfen, 50 % im ländlichen Raum. Das sichert rund 4000 Arbeitsplätze auf den Bauernhöfen und im ländlichen Raum. Die Marke "Urlaub am Bauernhof" steht dabei seit der Gründung im Jahr 1992 für glückliche Ferien in ländlicher Umgebung und für qualitätsgeprüfte Urlaubsangebote. Mit "Margeriten" werden die teilnehmenden Bauernhöfe geschmückt, sprich kategorisiert. Alle, die heuer ihre Kategorisierung hatten, bekamen bei der 25. Jahreshauptversammlung feierlich ihre Qualitätsurkunde überreicht. Die Ziele der Aufbauphase, vor allem bei der Vermarktung, Qualitätsauszeichnung und Existenzsicherung, wurden mehr als erreicht.

Aufgerufen am 19.10.2018 um 04:21 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/urlaub-am-bauernhof-auch-im-tennengau-ein-wirtschaftsfaktor-20767270

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