Chronik

Uropa lenkte Geschicke der Stadt

Sein Uropa war mit Max Ott ein Bürgermeister der Stadt, er selbst baut als Festungschef gerade ein multimediales Museum auf der Burg. Tagestouristen Eintritt abknöpfen will Max Brunner nicht.

Maximilian Brunner vor der Balkenhol-Skulptur.  SN/sw/vips
Maximilian Brunner vor der Balkenhol-Skulptur. 

Maximilian Brunner ist in der Altstadt aufgewachsen und lebt heute mit Frau und seinen drei Kindern in der Moosstraße. Sein Urgroßvater Max Ott war vor 100 Jahren Bürgermeister der Stadt.

Redaktion: Sie haben zuvor die Stiegl Brauwelt vermarktet. Was ist der Unterschied zwischen Bier und Burg?

Max Brunner: Das Thema Burg geht ein bisschen mehr in die Tiefe. Wir versuchen den jährlich 1,2 Millionen Besuchern etwas mitzugeben von der Geschichte, dass zum Beispiel Leonhard von Keutschach einer der prägendsten Baumeister für die Festung war. Heuer wird übrigens seines 500. Todestages gedacht. Der Informationsstand ist sehr unterschiedlich bei unseren Gästen.

Mit 1,2 Millionen Besuchern jährlich führt die Festung Salzburgs Wahrzeichen an. Wie erklären Sie sich diese Beliebtheit? Wir schwimmen da mit dem Gesamttourismus mit. Mit den Ankünften haben wir so eine Art Benchmark. Wenn wir über dieser liegen, und das tun wir regelmäßig, heißt das, dass wir auch Tagesgäste von außerhalb anziehen. Für uns ist das gut, auch wenn wir damit bei dem leidigen Thema Tagestouristen sind.

Wir könnten ihnen, wie die Venezianer, drei Euro abknöpfen? Diese Diskussion mit den Reglementierungen wird völlig überzogen geführt - schon weil man Tagestourist nicht mit Tagestourist gleich setzen kann. Meiner Meinung nach würde schon viel erreicht sein, wenn man die Gruppengrößen reduziert. 50 Asiaten auf einen Schlag und dahinter schon die nächste Gruppe - das ist es, was manchen Bewohnern Angst macht. Die Busbewegungen selbst sind überhaupt nicht das Problem - wie viele Busse sind das schon im Vergleich zu den hunderten Obussen am Tag? Ich würde da anderswo ansetzen.

Wo denn? Indem ich einen Mehrwert biete. Jene Busse den besseren Slot bekommen, die gleich einen heimischen Stadtführer mitbuchen. Eine App entwickeln, über die die Leute Obus-Tickets und Eintritte kaufen können, in Echtzeit sehen, was wo gerade los ist, Themenwege anbieten. Über eine solche App könnte man dann die Ströme auch besser lenken.

Wie kommentieren Sie die Neutor-Sperre? Vermutlich wird es über kurz oder lang nicht anders gehen, als die Autos draußen zu halten. Nachdem so viele Konzepte zerredet wurden, ist es vielleicht gar nicht so schlecht Fakten zu schaffen. Getan ist es damit sicher nicht. Denn nur weil sich die Stadt entleert, ist sie noch lange keine verkehrsberuhigte Fußgängerzone. Das zu glauben wäre illusorisch.

Ginge es auch mit dem Rad? Sicher, die Radwege sind super ausgebaut. Für Pendler muss man halt Abstellflächen errichten. Die Menschen nutzen das auch. Es ist ja ein Phänomen: Obwohl Jahr für Jahr die Anzahl der Radständer steigt, sind sie ständig belegt.

Dürfen die Fiaker bleiben? Meinetwegen gerne. Sie könnten ja nach Hellbrunn statt durch die Altstadt fahren. Dann ergäben sich weniger Konflikte.

5 Fragen noch:

Was zeichnet Sie aus?

Ehrlichkeit

Was ist Ihr Fehler?

Ich bin manchmal verbissen.

Wo sehen Sie sich persönlich in fünf Jahren?

In meiner jetzigen Tätigkeit.

Was war ein prägender Moment in Ihrem Leben?

Als mein erster Chef bei der Österreich Werbung zu mir sagte: "Bitte ziehen Sie sich eine Krawatte an. Damit wissen Sie, dass Sie im Dienst sind und wenn Sie sie zu Hause ablegen, sind Sie privat." Der Wiener Dresscode ist hart.

Wäre die Salzburger Verkehrspolitik eine Speise, welche wäre das?

Ein Kraut & Rüben-Salat5 Fragen noch...5 Fragen noch...5 Fragen noch...

Aufgerufen am 24.10.2019 um 06:25 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/uropa-lenkte-geschicke-der-stadt-67534864

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