Chronik

Vater missbrauchte eigene Tochter und machte Fotos davon: Prozess in Salzburg

Teilbedingte Haft für umfassend geständigen 34-Jährigen; die Aufdeckung eines riesigen Kindermissbrauchs-Komplexes in Deutschland führte auf seine Spur.

Symbolbild.  SN/www.bilderbox.com
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Wegen schockierender Vorwürfe stand Mittwoch ein 34-jähriger, lange in Salzburg lebender Steirer am Landesgericht vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Richterin Martina Kocher). Dem voll geständigen Angeklagten wurde angelastet, bereits im Mai 2019 in der Stadt Salzburg seine damals vierjährige leibliche Tochter sexuell missbraucht zu haben, während das Kind schlief und die Mutter nicht daheim war. Von den sexuellen Handlungen an bzw. mit der Vierjährigen fertigte er Fotos an. "Der Angeklagte war Mitglied eines einschlägigen Gruppenchats. Er hat die Fotos vom Missbrauch der Tochter an einen in Deutschland gesondert verfolgten Täter weitergeleitet und mit ihm über Missbrauchshandlungen gechattet. Zudem überließ er Bilder vom Genitalbereich der Tochter noch weiteren Gleichgesinnten", betonte Staatsanwalt Andreas Allex.

Der besagte deutsche Täter, 44 Jahre alt, gilt als Hauptfigur in einem riesigen Kindesmissbrauchskomplex, der in Nordrhein-Westfalen aufgedeckt wurde. Der Deutsche wurde deswegen im Oktober 2020 in Köln wegen schweren sexuellen Missbrauchs der eigenen Tochter und weiterer Delikte zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Durch Hinweise von Kölner Ermittlern konnte das österreichische Bundeskriminalamt schließlich den 34-jährigen, in Salzburg lebenden Angeklagten ausfindig machen.

Der 34-Jährige - er besaß auch viele pornografische Bilder von anderen Unmündigen - ist seit fast einem Jahr in Psychotherapie. Die Frage der Richterin, warum er in solche Foren gelangt sei und Bilder von sexuellen Handlungen an seiner Tochter anderen überlasse, konnte (oder wollte) der Angeklagte nicht wirklich beantworten: "Ich habe keine wirkliche Erklärung. Jeder hat gewisse Neigungen. Aber ich kann jetzt mit meinem Therapeuten offen darüber reden und fühle mich befreit davon." Das nicht rechtskräftige Urteil für den 34-Jährigen: 20 Monate teilbedingte Haft, fünf davon unbedingt.


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