Chronik

Verkehrschaos am Gollinger Wasserfall

Die Zufahrt zu dem Gollinger Wahrzeichen war im Sommer fast täglich verstopft. Selbst zusätzliche Parkplätze, Ordnerdienst und bauliche Maßnahmen schafften nur bedingt Abhilfe. Eine Anrainer fürchtet sogar um die nötige Zufahrt für Rettungsdienste.

Ein alltägliches Bild am Wasserfall-Parkplatz – es geht weder vor noch zurück auf der einspurigen Zufahrtsstraße. SN/sw/sladkovsky
Ein alltägliches Bild am Wasserfall-Parkplatz – es geht weder vor noch zurück auf der einspurigen Zufahrtsstraße.

Fast 59.000 Gäste besuchten 2019 den Gollinger Wasserfall - gut für den Tourismus, die Wirte und die Gemeinde, schlecht für die Anrainer und den Verkehr vor Ort. Denn wenn der Parkplatz vor dem Eingang voll ist, müssen später Kommende zurück durch die einspurige Zufahrtsstraße, manchmal sogar rückwärts, während schon die nächsten Autos hochfahren.

"Von Mai bis Anfang Oktober ist es teilweise die Hölle", sagt Manuela Sladkovksy, die direkt neben dem Parkplatz wohnt. "Und heuer war wirklich jeder Tag besucherstark, unabhängig vom Wetter." Ihr größtes Problem ist nicht einmal der Müll und die zugeparkte Einfahrt, sondern schlicht die freie Zufahrt: "Feuerwehr und Rettung könnten hier niemals hochkommen. Wir haben zwei alte Leute im Haus, da kann jederzeit etwas sein. Oder was ist, wenn am Wasserfall ein Notarzt gebraucht wird?"

Ordnerdienst funktionierte gut, aber nächstes Jahr braucht es mehr

Zusätzliche Parkflächen hinter dem nahe gelegenen Torrenerhof hätten das Verkehrsproblem heuer lösen sollen, zusammen mit einem Ordnerdienst, der an Spitzentagen Besucher auf eben diesen Parkplatz umleitet. "Das hat auch gut funktioniert", sagt Projektleiter und ÖVP-Gemeinderat Stephan Loidl. Allerdings waren die Ordner nur an neun Tagen im Einsatz. Zudem war auch der zweite Parkplatz zeitweise voll und es herrschte wieder Chaos.

Die Gemeinde hat nun zusätzlich einen Umkehrplatz und eine Ausweiche eingerichtet. "Das sind die kleinen Schrauben, an denen wir in der engen Situation dort drehen können", sagt Loidl. "Wir hoffen, dass das für heuer ausreicht, nächstes Jahr müssen wir uns etwas überlegen."

Anrainerin kritisiert mangelndes Konzept

"Alibi-Handlungen" nennt Anrainerin Sladkovsky die Maßnahmen, "das bringt gar nichts. Es braucht ein Konzept, das schon unten am Torrenerhof beginnt, nicht erst oben am Parkplatz." Dieser Meinung ist auch SPÖ-Ortsparteiobmann Martin Dietrich: "Was die Gemeinde gemacht hat, grenzt an absurdes Theater, das ist Aktionismus, nicht mehr." Der Ordnerdienst habe zwar geholfen, reiche aber nicht. Es brauche das Gespräch mit den Anrainern vor Ort sowie ein professionelles Verkehrskonzept, "dafür gibt es ja Experten. Sonst ändert sich nichts."

Mehr als 50.000 Euro nimmt die Gemeinde laut Dietrich jährlich durch den Wasserfall ein, "da werden wir Geld in die Hand nehmen müssen, ob wir wollen oder nicht."

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