Chronik

Verstärkte Poller sollen Terroranschlag in Salzburg abwehren

Terroristen, die mit Lkw in Menschenmengen rasen, sind eine reale Gefahr: Die Stadt überlegt in Hinblick auf Festspiele und Advent, die Poller als Barriere aufzurüsten.

In einem Monat beginnen die Salzburger Festspiele. Die Stadt wälzt Pläne, die Poller in der Hofstallgasse künftig zu verstärken. SN/robert ratzer
In einem Monat beginnen die Salzburger Festspiele. Die Stadt wälzt Pläne, die Poller in der Hofstallgasse künftig zu verstärken.

Wie sicher ist Salzburg vor terroristischen Anschlägen? Kurz vor der Festspielzeit wird darüber intensiver nachgedacht. Gerade die jüngsten Anschläge, bei denen Lkw dazu verwendet worden sind, um in Menschenmengen zu rasen, beschäftigen die Verantwortlichen. Konkret gibt es im Schloss Mirabell Überlegungen, die Poller in der Innenstadt zu verstärken, damit sie auch einem Lkw standhalten. Dem Vernehmen nach sollen dabei vor allem die Poller vor der Hofstallgasse aufgerüstet werden. Ein entsprechendes Angebot einer Firma um 70.000 Euro soll der Stadt bereits vorliegen.

Planungsstadtrat Johann Padutsch (BL) bestätigte, dass über solche Maßnahmen gesprochen wurde. "Dabei ging es darum, die fixen Poller in der Hofstallgasse zu verstärken. Die versenkbaren Poller sind deutlich robuster."

Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) hält die Idee für gut. "Wir leben in Zeiten, in denen leider ein Narrischer und ein Lkw für Unheil sorgen können. Und natürlich gibt es Nachahmungs täter." Die Hofstallgasse sei im Sommer ein Hotspot für Schaulustige und Festspielgäste. Er sei daher grundsätzlich dafür, die Poller zu verstärken - gerade an den Schwachstellen Hofstallgasse und Linzer Gasse (Platzl). "Es ist eine sinnvolle Überlegung." Einen Amtsbericht dazu habe er noch nicht vorliegen, sagt Schaden. An den Kosten soll es aber nicht scheitern. "Wir sind zum Glück sehr liquid in der Stadt."

Aber nicht nur die Festspiele sind ein Thema, auch der Christkindlmarkt mit einer Million Besuchern. ÖVP-Vizebürgermeister Harald Preuner führte vor zwei Tagen ein Gespräch mit den Organisatoren des Christkindlmarktes zum Thema Sicherheit. Die Sicherheitskosten sind wegen der Anschläge in Europa beim Christkindlmarkt-Verein in die Höhe geschnellt. Wurden 2014 noch 11.000 Euro ausgegeben, waren es 2016 bereits 45.000 Euro. "Man soll den Leuten keine Angst machen, aber man kann so etwas nie ausschließen. Daher muss man Vorkehrungen treffen und kann sich bei der Hofstallgasse etwas überlegen", sagt Preuner. Er plädiere dafür, gleich in ein weniger fehleranfälliges System zu investieren.

Laut der Salzburger Polizei ist ein Aufrüsten der Poller jedenfalls zu begrüßen. "Die verstärkten Poller würden die Sicherheit ganzjährig erhöhen. Wir haben auch schon intern über diese Maßnahme gesprochen", sagt Sprecher Michael Rausch. Wegen der erhöhten Gefährdungslage in Europa gebe es für Salzburg ein Sicherheitskonzept, auch bei den heurigen Festspielen werden verstärkte Maßnahmen getroffen. "Eine konkrete Gefährdung gibt es in Salzburg aber nicht."

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler kennt die Pläne zur Verstärkung der Poller nicht. Prinzipiell sei sie aber glücklich über eine gute Zusammenarbeit mit der Polizei. "Zuletzt haben wir bei den Pfingstfestspielen wieder neue Maßnahmen angewandt. Wenn die Sicherheit erhöht wird, ist das zu begrüßen."

Aufgerufen am 14.08.2018 um 03:51 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/verstaerkte-poller-sollen-terroranschlag-in-salzburg-abwehren-12496039

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