Chronik

Versuchter schwerer Raub nach geplatztem Drogendeal: 15-jähriger Schüler in Salzburg verurteilt

Der junge Afghane hatte laut Anklage einen 22-Jährigen bedroht und versucht, das Opfer zu berauben. Zudem soll er dem Opfer Tritte versetzt und es durch einen Faustschlag schwer verletzt haben.

Symbolbild.  SN/apa
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Im Hintergrund stand ein unmittelbar zuvor geplatzter Suchtgiftdeal: der 22-jährige Schwede wollte demnach bei einer Gruppe von Dealern, darunter der 15-jährige Afghane, Marihuana kaufen; man wurde sich aber nicht über den Preis einig; in der Folge machte der 15-jährige Schüler dem Schweden erneut ein Verkaufsangebot - der 22-Jährige wollte aber nichts mehr von einem Kauf wissen - was wiederum Letztgenannten erzürnt haben dürfte.

Wegen versuchten schweren Raubes stand der 15-Jährige am Dienstag in Salzburg vor einem Jugendschöffensenat (Vorsitz: Richter Thomas Tovilo-Moik). Laut Anklage soll der aus Afghanistan geflüchtete Schüler im Mai 2020 beim Salzburger Hauptbahnhof den 22-jährigen Schweden nach dem geplatzten Drogendeal mit den Worten "I have a knife" bedroht haben. Und versucht haben, ihm dessen Umhängetasche samt Bargeld und auch dessen Mobiltelefon zu rauben. Zudem soll der 15-Jährige das Opfer getreten und ihm schließlich wuchtig ins Gesicht geschlagen haben. Der 22-Jährige erlitt dabei einen verschobenen Nasenbeinbruch, der einer Operation bedurfte.

Der Afghane gab vor Gericht zwar den Faustschlag zu, bestritt aber einen Raubvorsatz energisch. Der Schöffensenat glaubte jedoch dem Opfer und verurteilte den 15-Jährigen anklagekonform zu 20 Monaten teilbedingter Haft (sechs Monate davon unbedingt). Zudem wurden dem Opfer, vertreten von Rechtsanwalt Stefan Rieder, 2000 Euro Teilschmerzensgeld zuerkannt. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Quelle: SN

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