Chronik

Verwirrung rund um den "Prinzenberg" Natrun

TV-Beiträge über das neue Vermarktungskonzept sorgten für Wirbel. Die Touristiker verstehen die Empörung nicht, niemand habe von "Umbenennung" gesprochen.

In der Region Hochkönig wachsen keine neuen Gipfel dem Himmel entgegen. Märchenhaftes entstand lediglich in einem Tourismuskonzept: die Vermarktung als Prinzenberg Natrun samt Speicherteich (Prinzensee) und Prinzenwald.

Vorige Woche kochten die Emotionen hoch. In TV-Beiträgen wurde der Eindruck erweckt, dass der ganze Berg umbenannt wird, zurückzuführen auch auf ein Zitat von SPÖ-Naturschutzsprecherin LAbg. Karin Dollinger. Im Gespräch mit den PN sagt sie: "Der Berg wurde schon für einen Speichersee geköpft, die Natur im Streben nach noch mehr Geschäft gefügig gemacht. Die Umbenennung ist das Tüpferl auf dem i." Wenn auch nicht explizit von den Touristikern so genannt - es sei zumindest eine schleichende Umbenennung eingeleitet worden, sagt Dollinger.

Die Wortwahl stört Hotelier Josef Schwaiger, auch TVB-Obmann und ÖVP-Gemeindevertreter: "Es war nie in unserem Interesse, den Berg umzutaufen. Es geht um einen roten Faden in der Inszenierung und Vermarktung unseres touristischen Sommerprodukts." Speziell Familien mit Kindern wolle man mit dem Zusatznamen ansprechen.

In zahlreichen Facebook-Kommentaren machte sich Verwunderung und Ärger breit. "I denk, dass sich da bei vielen Einheimischen einiges aufgestaut hat und nun derartige Vorhaben bei einigen das Fass zum Überlaufen bringen." Oder: "Es kunnt's nid oafoch ohfonga, insare Berg umbenenna! Bodenlose Frechheit!"

Die ÖVP Maria Alm sah sich "aufgrund der vielen, leider nicht immer ganz klaren Berichterstattung" zu einer schriftlichen Stellungnahme gezwungen: "Das Wichtigste vorab: Der Natrun ist und bleibt der Natrun." Und weiter: "Die 17 Einheimischen in unserem Tourismusausschuss haben sich gemeinsam mit Marketingprofis lange Gedanken darüber gemacht, wie man die Angebote am Natrun noch attraktiver aufbauen kann." Der Name beziehe sich auf die Erlebniswelt samt Hochseilgarten, Waldrutschen und vielem mehr.

Hotelier Hans Niederreiter, dessen Betrieb direkt an der Talstation der Natrunbahn liegt, fragte in einem Kommentar: "In Leogang wird schon lange der Asitz im Sommer als der Berg der Sinne vermarktet. Genauso wie in St. Johann der Gernkogel als Geisterberg-Alpendorf. Ich kann mich an keinen negativen Bericht über die erwähnten Berge in Leogang oder St. Johann erinnern. Woher jetzt die Aufregung über Maria Alm?" Außerdem betonte Niederreiter: "Der Natrun ist nicht der erste Berg, welcher im Sommer und Winter für den Tourismus verwendet wird. In Maria Alm haben wir klare Vorstellungen, in welchen Gebieten touristische Infrastruktur entstehen soll und wo aber auch nicht."

Bürgermeister Hermann Rohrmoser (SPÖ) fürchtet nicht, dass der Name "Natrun" abhandenkommt: "Das ist eine Vermarktungsgeschichte, die leider viele falsch verstanden haben." Für die Wortwahl kann er sich weniger begeistern. "Bei ,Erlebnisberg Natrun' wäre die Aufregung wohl nicht so groß gewesen."

Erlebnisberg sei zu wenig aussagekräftig, sagt Schwaiger, damit könne man sich nicht abheben. Besser sei es, eine Geschichte zu erzählen. "Jene von kleinen Prinzen, die es bis auf den Gipfel schaffen." Als "Krönung" wäre eine schwimmende Plattform im Speicherteich "Prinzensee" geplant - und umliegend zwei Holzterrassen. Was fehlt, ist die naturschutzrechtliche Bewilligung. Schwaiger: "Ich hoffe, dass wir das bis zum Sommer realisieren können."

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26. November 2020
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