Chronik

Video: Abschied von der Riedenburgkaserne

Ende März endet die militärische Nutzung auf dem Gelände der Riedenburg. Oberst Kurt Mitterer führt eine der wohl letzten Besichtigungen des Areals durch. Dem Bundesheer fällt der Abschied nicht leicht.



Aus dem Jahr 1662 ist die militärische Nutzung des Geländes der heutigen Riedenburgkaserne in Salzburg erstmals urkundlich erwähnt. Heuer, also 352 Jahre später, geht diese Ära zu Ende. Die Republik hat die 3,8 Hektar große Liegenschaft an die Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft verkauft.

Oberst Kurt Mitterer ist nicht nur Offizier, sondern auch promovierter Historiker. Als geschäftsführender Obmann des Salzburger Wehrgeschichtlichen Museums hat er sich eingehend mit der Historie seines Arbeitsplatzes befasst. Er kennt alle gesicherten Fakten, etwa dass 1730 die ersten Gebäude auf dem "alten Sumpfgelände" errichtet wurden. Im Wort Riedenburg ist der Begriff "Ried", also Schilfrohr, enthalten. Immer dann, wenn es keinen Krieg gab, mussten die Soldaten jener Zeit die Wiesen trockenlegen. "Bis heute ist aber kein Gebäude in der Kaserne richtig unterkellert", sagt Mitterer.

In der Riedenburg übten die Soldaten damals das Schießen und Exerzieren. Die Familie Mozart soll ihnen während des Spazierengehens zugesehen haben, sagt Mitterer.

Der aus Kitzbühel stammende Offizier wird heute, Samstag (10.30), Interessierte durch die Kaserne führen: "Es haben sich bereits mehr als 70 Personen angemeldet." Es ist eine der letzten Gelegenheiten, die Kaserne und ihre wechselvolle Geschichte hautnah zu erleben. Das kleine, aber reichhaltige Museum, sperrt heute letztmalig auf, ehe die Exponate in die Schwarzenbergkaserne übersiedeln.

Dort wird auch das Militärkommando ab 2015 untergebracht sein. "Vollbetrieb ab 1. Jänner", sagt Brigadier Heinz Hufler, der Kommandant, und fügt an: "Ich sehe diese Liegenschaftsverkäufe sehr kritisch. Vertreter der Käufer (Anm.: Riedenburgkaserne, Rainerkaserne) haben mir gesagt, hätten ihnen diese Immobilien bereits gehört, hätten sie sie niemals verkauft." Die Riedenburg ging um 16 Millionen Euro an die GSWB, Red Bull machte um 23 Millionen das Rennen um die Glasenbacher Kaserne.

Oberst Mitterer und vielen anderen Kameraden in der Riedenburg fällt der Abschied auch nicht leicht. "Wir alle hier kennen uns ja schon sehr lang. Das ist eine kleine, freundliche Kaserne, nahe am Stadtzentrum, mit einem ganz persönlichen Flair", sagt Mitterer.

Genau das macht sie für die neue Nutzung so begehrt. Die GSWB wird dort Wohnungen und Geschäftshäuser errichten. Ergebnisse des Architektenbewerbs werden am Freitag, 21. März, in Stiegls Brauwelt vorgestellt. Sicher ist: Das historische Kasernenareal wird ab Herbst 2015 ein völlig neues Gesicht bekommen.

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