Chronik

Auto in Straßwalchen von Zug erfasst: Mutter und Tochter schwer verletzt

Bei einem Verkehrsunfall in Straßwalchen sind am Dienstagabend auf einem unbeschrankten Bahnübergang eine junge Autofahrerin und ihre Mutter schwer verletzt worden. Dass Ende April/Anfang Mai der Übergang nun mit einer Schrankenanlage versehen wird, kommt für die beiden Frauen zu spät.

Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Unfall auf dem Bahnübergang im Straßwalchner Ortsteil Haidach gegen 21.50 Uhr. Dort war eine 23-jährige Frau aus Salzburg mit ihrem Pkw in Begleitung ihrer 49-jährigen Mutter unterwegs.

Im Polizeibericht heißt es: "Aus bislang unbekannten Gründen fuhr die 23-Jährige trotz blinkender Signalanlage und zweier angebrachter Stopp-Schilder auf die Bahngleise der Braunauer Bahn. Aus Richtung Straßwalchen näherte sich ein Zug und erfasste den Pkw. Das Fahrzeug wurde in die angrenzende Wiese geschleudert."

Die Mutter der Lenkerin wurde in der völlig deformierten Alfa Giulietta eingeklemmt und musste von Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Straßwalchen aus dem Wrack geschnitten werden. Die Lenkerin konnte schon vorher aus dem Pkw geborgen werden.

Die beiden Frauen mussten vom Roten Kreuz in das UKH Salzburg bzw. das Uniklinikum Salzburg/Unfallchirurgie gebracht werden. Mutter und Tochter sind schwer verletzt.
Die Zugstrecke und auch die Fahrbahn waren für zirka eine Stunde für den gesamten Verkehr gesperrt. Die FF Straßwalchen befand sich mit sieben Fahrzeugen und zirka 50 Einsatzkräften am Ort des Geschehens.

Immer wieder schwere Unfälle auf Bahnübergang im Ortsteil Haidach

Auf dem grundsätzlich sehr gut einsehbaren Bahnübergang Haidach - gesichert durch Stoppschilder, einer aufblinkenden Leuchttafel und Andreaskreuz - ereigneten sich in den vergangenen Jahren immer wieder schwere, auch tödliche Unfälle.

Gleich nach dem aktuellen schweren Unfall mit den zwei Frauen wurde übrigens Kritik laut, dass die Gemeinde Straßwalchen schon vor eineinhalb Jahren Geld für eine Beschrankung des Bahnübergangs genehmigt habe. Ein Schranken sei aber noch immer nicht errichtet.

Bürgermeisterin: Ende April wird Schrankenanlage errichtet

Straßwalchens Bürgermeisterin Tanja Kreer (SPÖ) sagte dazu im SN-Gespräch: "Es stimmt, dass wir den Kostenanteil der Gemeinde für eine Beschrankung schon länger reserviert haben. Der von den ÖBB durchzuführende Schrankenbau ist auch schon lange beschlossen. Und im konkreten Fall der nun schwer verletzten Frauen - ich kenne sie beide - ist zusätzlich tragisch, dass ich in der Vorwoche von den ÖBB informiert wurde, dass Ende April die Beschrankung errichtet wird."

Abgesehen davon, so Ortschefin Kreer, sei es "nicht nur mir ein Rätsel, warum dort so viele teils schreckliche Unfälle passieren. Der Übergang ist ja bestens einsehbar und auch ohne Schrankenanlage eigentlich gut gesichert."

ÖBB weisen Vorwurf der Bauverzögerung bezüglich einer Schrankenerrichtung zurück

ÖBB-Sprecher Robert Mosser weist Vorwürfe einer Bauverzögerung entschieden zurück: Nach den entsprechenden Genehmigungsverfahren habe man das Bauvorhaben "schnellstmöglich umgesetzt". Der neue Übergang mit Beschrankung werde dann am 3. Mai in Betrieb genommen.

Mosser appelliert zudem namens der ÖBB "erneut an alle Verkehrsteilnehmer, im Bereich von Eisenbahnkreuzungen besonders aufmerksam zu sein und unbedingt die vorhandenen Sicherungseinrichtungen zu beachten."

Aufgerufen am 03.04.2020 um 08:32 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/video-auto-in-strasswalchen-von-zug-erfasst-mutter-und-tochter-schwer-verletzt-84676591

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