Chronik

Video: Essen genießen und Tiere schützen

Die Anzahl der Vegetarier steigt. Unter ihnen sind viele Jugendliche. Sie haben sich auf der Paracelsusmesse in der Stadt Salzburg gründlich informiert.

Alles wie immer? "Ja", nickt der Bursch und beißt herzhaft in seinen "Döner". Kenan Kayis von Naturkost "Makam" aus München lacht. Natürlich ist nicht alles wie immer und trotzdem schmeckt es. Viel hundert Besucher haben sich Samstag und Sonntag auf der Paracelsusmesse im Kongresscenter Salzburg eingefunden. Sie wollen sich über guten Schlaf informieren, über Kräuter, Naturkosmetik und ganz ausgiebig über gesunde Ernährung. Deshalb ist ein großer Teil der Messe dem fleischlosen Genuss gewidmet. "Veggie Planet ist die erste vegetarische Messe Österreichs. Wir hatten von Firmen und Privatleuten große Nachfrage. Hier sollen Interessierte Neues ausprobieren und genießen können", sagt Felix Hnat, Obmann von "Vegane Gesellschaft Österreich" und Veranstalter.

Kenan Kayis Döner enthält natürlich kein Fleisch. "Er ist nach eigenem Rezept auf Weizenbasis hergestellt", sagt er. Unter seinen türkisch-deutschen Landsleuten hat er eine Fangemeinde, obwohl "es schwierig ist, Muslimen Fleischkonsum auszureden, denn er ist mit dem Glauben verbunden", ergänzt er.

Untersuchungen haben ergeben, dass sich vier Prozent der Österreicher vegetarisch oder vegan ernähren. Unter sind ihnen viele Frauen und - wie auch auf der Messe zu sehen - viele Jugendliche. "Ich esse seit fünf Jahren aus ethischen Gründen vegan. Die erste Umstellung auf vegetarisches Essen war einfach. Die zweite nicht. Aber als ich erfahren habe, wie Milch und Eier produziert werden, wollte ich auch das nicht mehr", sagt ein 25-jähriger Grazer. Zur Erklärung: Es gibt Vegetarier, die ab und zu Fleisch oder Fisch essen, solche, die ihre pflanzliche Kost mit Milch und Eiern abrunden und Veganer, die keinerlei tierische Produkte verzehren.

"Ich esse seit meinem 13. Lebensjahr kein Fleisch mehr", sagt eine 17-jährige Wienerin und tunkt am Stand der Firma "Wojnar’s" aus Wien eine Karotte in einen Brotauftrich. Aufstriche und Salate sind bei allen Anbietern gefragt. Bei "Spar" kommen die Angestellten nicht nach, Soja-Bananenmilch zu mixen. Um die Ecke, bei "Dr. Goerg", wird fein schmeckende und fair gehandelte Kokosmilch von den Philippinen verkostet. Wer kein Fleisch essen möchte, aber es dennoch auf dem Teller vermisst, ist bei Alf Waibel von "Veganversand" aus Vorarlberg richtig. "Wir bieten gut Gewürztes und echt Geräuchertes an. Heute muss man auch als Veganer nicht mehr auf vieles verzichten", sagt er. Dieser Meinung ist auch Familie Hollard aus Reichenhall. Das Thema gesundes Essen sieht sie entspannt. Die Buben dürfen ab und zu "Pommes" mampfen, wenn sie wollen.

Quelle: (sn-u.k.).

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