Chronik

Video: "Feuerwehrauto ging für 15.000 Euro weg"

Im Heereslogistikzentrum in der Salzburger Schwarzenbergkaserne findet zweimal jährlich eine Auktion von Heeresfahrzeugen und -geräten statt. Die ausgedienten Fabrikate lockten auch diesmal Hunderte Interessierte an.

Die Halle im Heereslogistikzentrum in der Schwarzenbergkaserne quillt fast über: Schulter an Schulter sitzen und stehen mehr als 250 interessierte Menschen vor einem Podium und blicken gespannt auf Severin Felhofer. Schon von der Kleidung her wird bald klar, wer hier kaufen will. "Es sind Landwirte, Leute aus Betrieben, wo Fahrzeuge gebraucht werden, aber auch Sammler und Leute aus Oststaaten da", sagt der 24-jährige Auktionator, der die Versteigerung von Heeresfahrzeugen und Werkzeug im Auftrag des Dorotheum leitet. In vier Stunden sollen 284 Objekte, darunter ausrangierte Geländefahrzeuge, Autos, Lkw sowie Werkzeug, an den Mann gebracht werden.

Rund 500.000 Euro erwartet sich der junge Auktionator in Summe von den Bietern. Jeder Kaufinteressierte hat sich zuvor registrieren lassen müssen und eine gelbe Tafel mit seiner Kennnummer erhalten. Hebt er diese in die Höhe, ist er im Bieterrennen. Ob in 100- oder 200-Euro-Schritten, die Summe kann binnen Sekunden in die Tausende Euro gehen.

"Zügig sprechen, immer Augenkontakt mit den Bietern haben, nichts übersehen", erklärt Severin Felhofer noch, richtet sein Mikrofon und sofort erscheint auf seinem Laptop und auf einem Bildschirm im Hintergrund das erste Fahrzeug. Ob Pkw oder Lkw, es dauert oft weniger als eine Minute, bis ein Zuschlag erteilt ist. Wobei schon im Vorfeld schriftliche Gebote hinterlegt worden sind.

So gehen ein Mercedes-Pritschenwagen um 6000 Euro weg, ein Pinzgauer um 4200 Euro, ein Puch G um 6600 Euro. Euphorie ist im Publikum keine zu erkennen. Die interessierten Bieter haben sich im Angebotskatalog schon zuvor gut informiert, scheinen zu wissen, was sie genau wollen und wo ihre finanziellen Grenzen liegen.

"Es wird wohl zu einem Bietergefecht um ein Feuerwehrauto samt Ausrüstung des Heeres kommen", prophezeit dann Oberstleutnant Peter Pokorny im Hintergrund. Er selbst habe den Lkw während eines Einsatzes im Kosovo chauffiert. Er soll recht behalten: 7600 Euro beträgt das höchste schriftliche Gebot für den Gräf-&-Stift-Lkw mit Rosenbauer-Aufbau, binnen Sekunden schnellen die gelben Tafeln in die Höhe, bei 15.000 Euro ist Schluss. "Zum Dritten. Geht an die Nummer 10", sagt Auktionator Felhofer und drückt die Klingel.

Bei 14.500 Euro drückt Felhofer wieder die Klingel: Für diese Summe ist ein Traktor vom Typ Steyr 8080a, Baujahr 1986, an den Mann gegangen, und das trotz ausgewiesenen Getriebeschadens.

"Es gibt halt auch Liebhaber, aber der Preis ist in Ordnung", findet dann der Kitzbüheler Rechtsanwalt Roland Reisch. Der Jurist ist ebenfalls registrierter Bieter und verfolgt die Versteigerung der Fahrzeuge lieber im Sonnenschein außerhalb der Halle. "Ich bin dann dabei, wenn es um Werkzeug geht", sagt er. Zu Hause habe er noch einen Mischbetrieb aus Landwirtschaft und Gastronomie. Auch sei er nicht zum ersten Mal bei einer solchen Versteigerung beim Bundesheer. "Vor Jahren habe ich eine Feldküche ersteigert, die ist jedes Mal beim Hahnenkammrennen im Zielraum im Einsatz", sagt er. Heute interessiere er sich für spezielles Werkzeug für VW-Fahrzeuge und Tischlerkisten.

Schon nach zwei Stunden beginnen die ersten Käufer, ihre soeben erstandenen Fahrzeuge auf Anhängern abzutransportieren. Für die übrigen steht ein Wiener Versicherungsagent bereit: Er meldet die Fahrzeuge für Überstellungskennzeichen behördlich an.

Am Nachmittag leert sich die Halle. Die meisten wissen bereits, dass am 3. Oktober die nächste Versteigerung hier stattfinden wird.

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