Chronik

Handys und reservierte Liegen sind im neuen Paracelsusbad unerwünscht

Nach knapp drei Jahren im Trockenen dürfte am Samstag ein Ansturm auf das neue Bad bevorstehen.

650 Kästchen stehen den Besuchern im Paracelsusbad zur Verfügung - das ist die maximal mögliche Anzahl an Badegästen. Sind da angesichts von 100 Liegen im Badebereich schon Probleme programmiert? Bademeister Andreas Mayerhofer lächelt und stellt klar: "Liegen reservieren, etwa mit Handtüchern, das wird es bei uns nicht geben." Und wenn doch? "Die Handtücher werden von uns eingesammelt und derjenige, der es sich dann bei uns abholt, dem werden wir das schon erklären." Seine Stimme klingt freundlich, aber unmissverständlich.

Auch sonst gibt es Regeln: Essen und Trinken im Bade- und Saunabereich ist - abgesehen von den gastronomischen Bereichen - nicht erlaubt. Und: Auch das Handy muss in der Tasche bleiben - wegen der Lärmbelästigung, aber auch wegen Bildern mit Badegästen, die dann ohne deren Wissen in sozialen Netzwerken landen könnten. "Wir wollen hier die Privatsphäre für alle Besucher wahren." Außerdem lasse sich das Bad in all seinen Facetten ohne Handy viel besser erleben.

200.000 bis 250.000 Besucher pro Jahr erwartet Salzburg-Tourismus-Geschäftsführer Bert Brugger. Geht es nach seinen Berechnungen, dann soll das Bad im dritten Betriebsjahr eine schwarze Null schreiben.

"Schauen Sie sich das an", sagt Bademeister Mayerhofer und deutet an die Wände. Wellenförmig und in wechselnder Raumhöhe umgeben weiße Keramiklamellen die 1800 Quadratmeter große Badelandschaft, deren geschwungene Decke es an ihrem höchsten Punkt auf 13 Meter Abstand zur Wasseroberfläche bringt. "Es ist, als wäre man selbst im Wasser oder als stünde man im Inneren eines ausgehöhlten Berges", sagt Andreas Mayerhofer. Dass ihm sein neuer Arbeitsplatz gefällt, das sieht man ihm an. "Ach, das alte Bad war schön, hatte große Fenster, aber das hier ist einfach nur wow."

Die SN begleiteten eine Gruppe von Testschwimmern auf ihren ersten Bahnen im neuen Paracelsusbad:

Für die "Salzburger Nachrichten" steigt er am Donnerstag auf den Sprungturm. "Wenn man da oben steht, dann wirkt er wegen der Raumhöhe viel mehr wie ein Zehn-Meter-Turm als ein Drei-Meter-Turm", sagt er. Dann nimmt er Anlauf und springt kerzengerade ins 95 Quadratmeter große Sprungbecken - in der aus kurzer Hose und kurzem Shirt bestehenden Dienstkleidung. "Im Ernstfall hätte ich auch keine Zeit, um das Leiberl auszuziehen", erklärt er dann. Es ist ein heißer Arbeitsplatz. 33 bis 34 Grad Lufttemperatur herrschen im Badebereich.

Mit seinen Kollegen von der Bad- und Saunaaufsicht hat Andreas Mayerhofer die Highlights schon getestet: die 45 Meter lange Rutsche mit Lichteffekten, den Strömungskanal, die Liegen mit Sprudeleffekt. Nur auf der Kinderrutsche war er noch nicht. Die war bis vor Kurzem noch in knalligen Regenbogenfarben dekoriert. Auf Wunsch der Architekten Berger und Parkkinen ist sie jetzt weiß - damit sie perfekt ins durchgehend weiß gehaltene Konzept passt. Auch die Bezüge der Stühle im ebenerdigen Café hätten weiß sein sollen. Doch da hat sich Betriebsleiter Gerhard Smöch durchgesetzt. Er wollte dem Ambiente Salzburger Flair verpassen. Nun sitzt man dort auf mit grauem Loden bezogenen Stühlen.

Um das kulinarische Wohl kümmern sich Pächterin Lydia Wallner und ihr Partner Hannes Schürz. Sie führen das auch für Nicht-Bade- und Saunagäste zugängliche Café im Erdgeschoß sowie das Selbstbedienungsrestaurant im Badebereich und das Restaurant mit Bedienung auf der Saunaebene. Dort gibt es dann etwa Wildkräutersalat, Rinder-Lasagne und Antipasti auf Salzburgerisch. Die beiden Gastronomen haben zusammen schon das Bio-Vollwert-Bistro "Leichtsinn" geführt, Hannes Schürz hat für Anderskompetent den "Bauchladen" und das "Schmaus und Browse" mitaufgebaut.

Aufgerufen am 09.12.2021 um 03:12 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/video-handys-und-reservierte-liegen-sind-im-neuen-paracelsusbad-unerwuenscht-77492185

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