Chronik

Haus der Natur: Diese Schultafeln nutzten Lehrer ab dem 19. Jahrhundert

Ein Salzburger revolutionierte mit Lehrtafeln den Unterricht: Paul Pfurtscheller (1855 - 1927) zeichnete detailliert Tauben, Korallen oder Frösche. Mit einer Größe von etwa 130 mal 140 Zentimetern konnte man die Tafeln auch aus der hintersten Schulbankreihe sehen.

Denn als Pfurtscheller selbst das heutige Akademische Gymnasium besuchte lag die durchschnittliche Schüleranzahl in Volksschulklassen bei 136, nach der Schulreform 1869 wurde sie auf 80 reduziert. Damals bestanden Schulbücher - sofern überhaupt vorhanden - ausschließlich aus Text, alles Bildliche mussten Lehrer selbst an die Tafel zeichnen, erklärt Biologielehrer Kurt Chytil, der sich seit Jahren mit Pfurtschellers Werken beschäftigt. Das Haus der Natur zeigt ab Freitag in der Sonderausstellung "Meisterwerke der Naturgeschichte: Historische Lehrtafeln um 1900" 13 der bunten Tafeln.

Als Pfurtscheller nach seiner Dissertation an der Universität Wien selbst Lehrer wurde, suchte er nach Möglichkeiten, seinen Biologieunterricht anschaulicher zu gestalten und begann, große Wandbilder zu zeichnen. Vom Innenleben eines Seeigels, einer Ratte oder Schildkröte bis hin zum Giftapparat von Schlangen oder der Entwicklung eines Frosches, er zeigte die Anatomie der Tiere präzise und vor allem wissenschaftlich korrekt. Seine Abbildungen wurden weltweit sogar in Lehrbücher von Universitäten übernommen.

Schultafeln revolutionierten den Unterricht nachhaltig, für die nächsten 100 Jahre waren sie die vorherrschende Präsentationsmethode in Klassenzimmern. Erst ab den 1960er-Jahren wurden sie von Dia- oder Overhead-Projektoren abgelöst.


Per Lithografie wurden die Zeichnungen vervielfältigt

Otto Beck, Maler und Sammler biologischer Lehrtafeln, hatte die Idee zur Ausstellung. "Die Präzision ist unglaublich", schwärmt er über Pfurtscheller. Per Lithografie, einem aufwendigen Druckverfahren, konnten dessen farbigen Drucke vervielfältigt werden. Pfurtscheller verwendete für seine Tafeln bis zu 15 Farben.

Im Rahmen der Ausstellung zeigt das Haus der Natur eine 100 Jahre alte, noch immer funktionstüchtige Lithografie-Presse aus der Grafischen Werkstatt im Traklhaus. Heutzutage beherrschen nur noch wenige Künstler dieses Handwerk, das 1790 von Alois Sennefelder erfunden wurde.

Quelle: SN

Aufgerufen am 22.03.2019 um 08:16 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/video-haus-der-natur-diese-schultafeln-nutzten-lehrer-ab-dem-19-jahrhundert-66880951

Das Auto von Peter Kraus war sein Traum

Das Auto von Peter Kraus war sein Traum

Ein Henndorfer kaufte den BMW Z1 des Schlagerstars - zu sehen ist er jetzt mit 600 weiteren Fahrzeugen auf der Automesse in Salzburg. Stolz zeigt Nico Zaruba in Halle 1 Kennern seinen BMW Z1. Der rot …

"Mehr Wettbewerb an der Uni"

"Mehr Wettbewerb an der Uni"

Der neue Uni-Rektor Hendrik Lehnert will die Fakultäten stärken, auch finanziell - und "weniger Nischenforschung". Bei seinem Gehalt will er den Amtsinhaber aber nicht übertrumpfen. Der Arzt und Psychologe …

Kommentare

Schlagzeilen