Chronik

Video: Neue Obus-Leitstelle in Salzburg eröffnet

Die Salzburg AG hat eine neue Leitstelle für ihre Obusse eingerichtet. Das Vorbild dazu war die bulgarische Hauptstadt. Die Fahrgäste sollen ab jetzt minutengenaue Angaben an den Haltestellen bekommen.

Das Anzeigesystem an Obus-Haltestellen in der Stadt Salzburg war für viele Fahrgäste ein Ärgernis. Dessen ist sich auch Verkehrsdirektor Gunter Mackinger bewusst. "Die alten Anzeigen waren nur so gut wie das System, und das war bereits 30 Jahre alt." Wenn ein Bus wegen eines Unfalles stehen bleiben musste, blieb auch die Anzeige stehen, erklärt Mackinger. "Das war die berühmte Salzburger Minute, die konnte eine Ewigkeit dauern."

Mit der neuen Obus-Leitstelle, die am Mittwoch offiziell in Betrieb ging, soll die "Salzburger Minute" der Vergangenheit angehören. Ein neues System sammelt Daten aus den Bordcomputern der Busse. Kombiniert mit den Daten aus GPS-Satelliten und den eigentlichen Fahrplandaten sollen die Anzeigen nun auch exakte Ankunftszeiten liefern. Den Anstoß zu dem System gab Bürgermeister Heinz Schaden, nachdem er Ähnliches in der bulgarischen Hauptstadt Sofia gesehen hatte.

Nun ist die nächste Herausforderung, dass die Informationen auch bei den Fahrgästen ankommen. Die bereits bekannten Anzeigetafeln wird es bis Ende des Jahres an fünf weiteren Haltestellen geben. Bei Haltestellen ohne Anzeige will die Salzburg AG ab 2014 Codes anbringen, die von Smartphones eingelesen werden können. Auf den Handys sollen dann die genauen Ankunftszeiten der Busse erscheinen. Die Busse selbst werden ebenfalls schrittweise umgerüstet: Sie sollen in Zukunft auch Umstiegsmöglichkeiten an den Haltestellen anzeigen.

Auch für die Mitarbeiter der Salzburg AG bringt die neue Leitstelle Vorteile: Die Disponenten können nun besser auf Verkehrsbehinderungen reagieren. Sie können die Busse umleiten oder bei Überlastung neue Busse anfordern.

Die Stadt Salzburg hat für ihre Ampeln seit 2012 ebenfalls ein neues Computersystem. Auf dieses System können die Busse von nun an über ihren Bordcomputer zugreifen, erklärt Verkehrsdirektor Mackinger. "So können die Busse etwa ein Ampelsignal ein paar Sekunden anhalten, um noch bei Grün über die Kreuzung zu kommen."

Nur eines könne das neue System nicht: Staus verschwinden lassen. 14 Stunden am Tag habe man es in Salzburg mit Stausituationen zu tun, sagt Mackinger."In Salzburg gibt es zu viele Autos auf zu wenig Straßenraum gibt, daran kann kein technisches Hilfsmittel der Welt etwas ändern.

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