Chronik

Räuber bedrohten Bankangestellte in Salzburg-Liefering mit Waffe: Bargeld erbeutet

Die Fahndung nach den beiden Männern verlief zunächst erfolglos. Sie entkamen mit einer "geringen Menge Bargeld". Die Ermittler bitten um Hinweise.

Um kurz nach 11.30 Uhr haben am Mittwoch zwei Männer mit Mund-Nasen-Schutz und Hut auf dem Kopf die Bankfiliale in der Münchner Bundesstraße betreten. Einer der beiden zückte eine Faustfeuerwaffe, vermutlich einen Revolver, und forderte Bargeld. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich vier Angestellte, jedoch keine Kunden in der Filiale im Stadtteil Liefering.

Die Männer steckten die Scheine aus der Kassa - die Polizei spricht von einer "geringen Menge Bargeld" - in einen Stoffsack und verschwanden. Die Polizei platzierte nach der Alarmierung mehrere Posten zur Fahndung in der Stadt, an der wenige Hundert Meter entfernten Kreuzung bei der Christian-Doppler-Klinik stand zu Mittag ein schwer bewaffneter Beamter.

Die Männer dürften zunächst Richtung Dornberggasse gegangen sein, ehe sie in ein Fahrzeug stiegen. "Wir haben Hinweise, dass sie vermutlich in Richtung Autobahn geflüchtet sind", sagte Martin Waltl, leitender Beamter des Landeskriminalamts. "Wir fahnden im gesamten Stadtgebiet und länderübergreifend mit deutschen Kollegen."

Das Landeskriminalamt ersucht Zeugen um Hinweise, die sich in der Mittagszeit rund um die Bankfiliale aufgehalten und die Täter möglicherweise bei ihrer Flucht beobachtet haben. Beide Männer wurden als etwa 170 bis 180 Zentimeter groß und vermutlich südländischer Herkunft beschrieben. Einer der Täter trug eine dunkle Hose, ein hellblau gemustertes Hemd und einen dunklen Hut. Der andere war mit einer Jeans, einem weißen Hemd und Sakko sowie einem hellen Hut unterwegs.

Der bisher letzte Banküberfall ereignete sich im April 2018. Damals waren drei Männer noch vor Geschäftsbeginn in eine Bankfiliale am Max-Ott-Platz eingedrungen. Ein Mitarbeiter wurde mit einer Waffe bedroht und gefesselt. Das Trio machte sich damals mit mehr als 40.000 Euro Bargeld davon. Das Opfer erlitt eine posttraumatische Belastungsstörung. Ende Juni ist ein 38-jähriger Serbe zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Der Verurteilte wurde durch DNA-Spuren überführt. Von den Mittätern soll einer verstorben, der andere flüchtig sein.

Dass Banküberfälle mittlerweile Seltenheitswert haben, erklärt Polizeisprecher Hans Wolfgruber vor allem "mit der Risikoerhöhung, erwischt zu werden". Die Aufklärungsquote sei hoch. Banken hätten in den vergangenen Jahren die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Zudem werde generell in Filialen deutlich weniger Bargeld gelagert als früher.

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