Chronik

Video: Regionale Küche statt Kaffee im Glockenspiel

Stefan Brandtner eröffnet Ende Juni im ehemaligen Demel am Mozartplatz ein temporäres Restaurant. Den SN gewährte er exklusiv Einblick in sein Konzept, das auf regionale Küche setzt.



Hell und luftig präsentiert sich das ehemalige Café Glockenspiel bei der Erstpräsentation nach den Umbauarbeiten. Im Erdgeschoß befinde sich ein Café, in dem sich die Gäste in Zukunft gemütlich an Kaffeesäcke lehnen könnten, sagt der neue Betreiber Stefan Brandtner. Gleich daneben ist die neue Tagesbar. Das Prunkstück aber befindet sich im ersten Stock: Auch hier wurde eine luftige Atmosphäre rund um die große Schauküche geschaffen. Etwa 80 Personen werden im ersten Stock bewirtet. Der Name des Lokals klingt auch recht gemütlich. Es heißt "Brandtner und seine Leit’."

Als durchgesickert war, dass Brandtner, der im Winter mit dem temporären Wanderrestaurant Brandtner 63 österreichweit für Schlagzeilen sorgte, in das ehemalige Glockenspiel einziehen wird, fürchteten nicht wenige, dass er auch hier im Stil eines Guerilla-Gastronomen agieren wird.

"Das Gegenteil ist der Fall", sagt Brandtner und lässt den Blick von der Terrasse mit der herrlichen Aussicht über den Mozartplatz schweifen: "Dieser Platz ist für die Einheimischen ein politischer Platz." Weshalb wohl auch die Idee vom Wiener Café Demel hier grandios gescheitert sei.

Gemeinsam mit dem Werbeprofi Christian Rahofer ertüftelte Brandtner also eine Art politisches Konzept. "Wir führen hier jetzt eine Art Galerie des guten Geschmacks", sagt Brandtner. "Des alpenländischen Geschmacks", ergänzt sein Koch Martin Kilga. Soll heißen: mit den besten Produkten aus der Region statt importierter Luxusware. Auch deren Produzenten sowie Freunde und Wegbegleiter des Projekts - etwa Handwerker und Unternehmer - holt er in das Lokal. Und zwar in Form von kunstvollen Fotografien, die in Kürze die Wände des Lokals zieren werden. "Die Fotos haben wir alle mit dem iPhone gemacht", sagt Brandtner. Wochenlang sei er mit seinem Team zu "seinen" Bauern, Metzgern und Züchtern gefahren - zu "seinen Leuten" eben.

Zu "seinen Leuten" möchte Brandtner jetzt auch seine Gäste machen: "Jeder kann sich bei uns melden, um in unseren Kreis der ,Freunde guten Geschmacks‘ einzutreten." Diese "Freunde" werden dann samt kunstvollem iPhone-Foto in der Facebook-Gemeinde von Brandtner vorgestellt: Diese bestehe schon mehr als 6000 Personen. Als seine "dicksten Freunde" nennt er übrigens derzeit die Firmen Uniqa und Stiller & Hohla. "Sie haben mich super unterstützt", sagt er.

Eröffnet wird frühestens am 27. Juni. Voraussichtliches Ende: Oktober. Eine Verlängerung bis November sei wahrscheinlich. Wer aber sieht, wie wohl sich Brandtner hier mit "seinen Leuten" schon fühlt, der gewinnt den Eindruck: Brandtner mag hier nie wieder raus.

Aufgerufen am 25.06.2018 um 02:25 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/video-regionale-kueche-statt-kaffee-im-glockenspiel-6009022

Zwischen Pflege und Orgelspiel

Zwischen Pflege und Orgelspiel

Wer nach Pfongau zieht, muss an sich zur Feuerwehr. Als Organist entzog sich Martin Hölzl dieser Pflicht. Als der Holzwurm sein Unwesen trieb, verschrieb er sich der Rettung des Instruments. Birgit Kaltenböck …

Ein Klappsessel um 3,5 Millionen Euro

Ein Klappsessel um 3,5 Millionen Euro

Deutsches Auktionshaus versteigert asiatische Kunst in Salzburg. "Faltstuhl mit Hufeisen-Lehne und geschnitztem Landschaftsdekor, China, späte Ming-Dynastie, Höhe 88,7 Zentimeter." Die schlichte Beschreibung …

Meistgelesen

    Schlagzeilen