Chronik

Salzburgerinnen und Salzburger stehen Quarantäne-Aus mit gemischten Gefühlen gegenüber

Die Quarantänepflicht ist mit erstem August gefallen. Infizierte erhalten keinen Absonderungsbescheid mehr. Eine Straßenumfrage zeigt, dass viele Salzburgerinnen und Salzburger skeptisch sind.

"Ich bin mir nicht sicher, ob keine Quarantäne die richtige Lösung ist", sagt Michael Neumann. Ihm wäre lieber gewesen, man hätte die Heimquarantäne bei einer Covid-19 Infektion beibehalten. Seit 1. August ist die Isolationspflicht vorerst Geschichte. Wer positiv auf das Virus getestet wird, kann sich trotzdem mit FFP2-Maske draußen frei bewegen. Für Spitäler, Pflegeeinrichtungen und Kindergärten gelten Sonderregeln. In Salzburg dürfen symptomlos infizierte Spitalsmitarbeiter mit FFP2-Maske zum Dienst erscheinen, solange sie keinen direkten Patientenkontakt haben.


Mit Corona arbeiten oder einkaufen: Die Maske macht es möglich

Die Salzburgerinnen und Salzburger stehen dem Quarantäne-Aus skeptisch gegenüber, zeigt ein SN-Lokalaugenschein am Montagvormittag in der Salzburger Altstadt. Manchen gehe es zu schnell, andere freuen sich über die Abschaffung der Quarantänepflicht. Dennoch wirft das plötzliche Aus bei vielen Fragen auf. Die Quarantäne sollte uns doch eigentlich vor dem Virus schützen, meint Michael Neumann. Auch Karez Kvnol kann die Entscheidung der Regierung nicht ganz nachvollziehen. "Entweder ich bin positiv und in Quarantäne oder ich bin es nicht."

Andere Befragte sind beunruhigt über die neuen Maßnahmen. "Ich würde mich nicht so sicher fühlen, wenn ich weiß, dass die Person im Bus neben mir Corona hat", sagt Corinna Baxa. Sie hätte eine stufenweise Quarantäne-Verkürzung sinnvoller gefunden. Michael Neumann hingegen befürchtet, dass durch die Maske nun auch jedem freiwilligen Maskenträger Corona zugeschrieben wird. Viele Menschen werden dann beunruhigt sein, egal ob wirklich eine Erkrankung vorliegt oder nicht, sagt er. "Ich denke man hätte es schrittweise machen sollen und nicht einfach gleich alles abschaffen."


Wie die Salzburgerinnen und Salzburger handeln würden

Würden Menschen in Salzburg bei einer Coronaerkrankung zu Hause bleiben? Viele Befragte bestätigen, dass sie sich trotz der neuen Regeln in Heimquarantäne begeben würden - vor allem wenn sie Symptome hätten. "Ich möchte niemanden anstecken", erklärt Maria Eibl. Die Salzburgerin begrüßt die Pause der Quarantänepflicht, auch wenn sie davon überzeugt ist, dass diese nicht von Dauer sein werde. Maya Strömgren, eine Schwedin, die den Sommer über in Salzburg wohnt, freut sich über die Lockerungen. "Es ist toll, trotz Erkrankung an die frische Luft gehen zu können. Ein Stück weit Normalität kommt so zurück." Dennoch würde sie sich als Infizierte niemals in die Nähe von Menschenmengen begeben, ins Café oder Kino gehen. "Ich glaube, da geht es jetzt auch viel um Eigenverantwortung."

Aufgerufen am 10.08.2022 um 09:15 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/video-salzburgerinnen-und-salzburger-stehen-quarantaene-aus-mit-gemischten-gefuehlen-gegenueber-125074690

Brennpunkt am Bahnhof

Brennpunkt am Bahnhof

Die bunten Häuser am Engelbert-Weiss-Weg waren einst ein Musterbeispiel für sozialen Mietwohnungsbau. Heute klagen Bewohner über Vandalismus, Schmutz und Feindseligkeiten.

Kommentare

Schlagzeilen