Chronik

Videoarzt und Handyapp: Salzburgs Rettungsdienst soll digitaler werden

Salzburgs Landesrettungskommandant Anton Holzer zog nach zehn Jahren Bilanz. Moderne Technologien sollen verstärkt im Rettungsauto eingesetzt werden.

Salzburgs Landesrettungskommandant zog Bilanz. SN/ANTON PRLIC
Salzburgs Landesrettungskommandant zog Bilanz.

Die Digitalisierung wird künftig den Rettungsdienst weiter verändern: Schnellere Datenübermittlung an die Spitäler, ärztliche Beratung per Video und Alarmierung der Freiwilligen per Handy-App: Diesen Ausblick auf die kommenden Jahre im Rettungswesen lieferte Anton Holzer anlässlich eines Pressetermins zu seiner zehnjährigen Tätigkeit als Landesrettungskommandant. Bereits jetzt werde die Telemedizin im Rettungsdienst eingesetzt. Derzeit laufe ein Pilotprojekt gemeinsam mit der Christian-Doppler-Klinik, sagt Holzer. "Bei einem Verdacht auf einen Schlaganfall überliefern wir die Parameter des Patienten noch während der Fahrt ans Spital. So kann in der Klinik sofort mit der Behandlung begonnen werden. Diese gewonnenen Minuten können in solchen Fällen entscheidend sein", sagt Holzer. Die entsprechende Ausrüstung soll in allen Fahrzeugen in Salzburg etabliert werden.

Alarmierung per Handy-App

Auch die Videotechnologie könne künftig den Rettungsdienst verändern. So könne man andenken, Ärzte per Videokonferenz mit den Rettungsfahrzeugen zu verbinden, um so Videodiagnosen zu erstellen. Neue technische Möglichkeiten soll es auch für die gut 3000 ehrenamtliche Mitarbeiter im Rettungsdienst geben. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, per Handy-App ihre Einsatzbereitschaft bekannt zu geben. "Sollte es dann in ihrer Nähe einen Notfall geben, können sie sehr schnell am Einsatzort sein, noch schneller als das Rettungsfahrzeug. Für einen Patienten kann das entscheidend sein."

First-Responder-System ausbauen

Für schnellere Einsatzzeiten sorgt auch das First-Responder-System, das in den vergangenen Jahren in Salzburg ausgebaut wurde. Dabei werden Sanitäter in entlegen Orten zu First Respondern ausgebildet. Sollte es zu einem Notfall kommen, können sie die Zeit überbrücken, bis das Rettungsfahrzeug beim Patienten ist, sagt Holzer. "Wir haben in Salzburg einzelne Täler, in denen wir nicht innerhalb von 13 bis 15 Minuten am Einsatzort sind. Das ist der Qualitätsstandard, den wir uns selbst auferlegt haben. Unsere First-Responder sind teilweise binnen drei Minuten beim Patienten."

Demografische Entwicklung als Herausforderung für Ehrenamt

Als weitere Herausforderung der kommenden Jahre sieht Anton Holzer, die Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter zu halten bzw. auszubauen. Derzeit sei man in Salzburg gut aufgestellt. Die demografische Entwicklung stelle aber auch das Rote Kreuz hier vor Herausforderungen. Durch die sinkenden Geburtenraten der vergangenen Jahre könnte es, was Zivildiener und was ehrenamtliche Mitarbeiter betrifft, zu Engpässen kommen. Deshalb sei das Rote Kreuz darum bemüht, den ehrenamtlichen Rettungsdienst attraktiver zu gestalten. "Wir sehen uns derzeit flexiblere Dienstmodelle an. So könnte es künftig möglich sein, auch nur einen halben Sonntag Dienst zu machen. Dafür sollen die Kollegen auch unter der Woche Dienst machen dürfen, wenn sie Zeit haben."

Holzer will noch zehn Jahre Rettungskommandant bleiben

Seit 1999 ist Anton Holzer Salzburgs Landesrettungskommandant. Diese ehrenamtliche Aufgabe würde Holzer gerne noch weitere zehn Jahre ausüben. "Dann bin ich 65 Jahre alt. Dann sollte ich mich vielleicht anderen Themen widmen."

Quelle: SN

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