Chronik

Viel Sanierungsbedarf auf Pongaus Straßen

Das Team der Straßenmeisterei bessert im Sommer aus, damit im Winter leichter geräumt werden kann - und hofft auf den westlichen Wettergott.

Neben aller Erfahrung helfen aktuelle Daten modernster Wetter-Apps, die kommenden Einsätze richtig zu steuern. Im Bild Straßenmeister Johann Mußbacher.  migu
Neben aller Erfahrung helfen aktuelle Daten modernster Wetter-Apps, die kommenden Einsätze richtig zu steuern. Im Bild Straßenmeister Johann Mußbacher. 

60 Mitarbeiter hat Pongaus erfahrener Straßenmeister Johann Mußbacher aus Goldegg in der Straßenmeisterei Schwarzach und dem Stützpunkt Radstadt zur Verfügung, um 300 Kilometer Bundes- und Landesstraßennetz bestens zu pflegen, vor äußeren Einflüssen zu schützen und in den kommenden Monaten zu räumen, wenn Frau Holle in Aktion tritt.

Schluchtstrecken
erschweren die Arbeit

Das Land erhält für die Bundesstraßen entsprechende Mittel und betreut sie damit auch. Mit 300 von landesweit 1400 Kilometern ist der Pongau zwar kein großes, wegen der Schluchtstrecken aber ein mühsam zu betreuendes Gebiet.

Der Personalstand ist im Bundesvergleich zufriedenstellend, wenn die Hauptaufgaben aus eigenen Kräften der Straßenmeisterei bewältigbar sind.

Als der Tiefbautechniker nach HTL, Arbeitsjahren bei der Strabag und in der Landesstraßenverwaltung in Salzburg 2004 die Bezirksstelle übernahm, zählte er noch 74 Kollegen.

Die Frage vieler Verkehrsteilnehmer - "Was macht ihr denn eigentlich im Sommer, wenn nichts zum Räumen ist" - nervt ihn, wie er den "Pongauer Nachrichten" bei einem Lokalaugenschein in der Schaltzentrale am Ortsrand von Schwarzach erklärte: "Gerade durch die Schluchtstrecken haben wir mehr mit Steinschlag und Lawinenstrichen zu tun. Zudem kommen wir auf weniger bequem zu bewältigende Rundstrecken wie beispielsweise im Flachgau. Wir sind bezirksübergreifend in Teilen des Pinzgaus (Lend/Dienten) und des Tennengaus (Lammertal) tätig. Eigentlich fühlen wir uns als Dienstleister für die Straßenbenutzer. Unser Grundsatz lautet, die Lebensdauer und Benutzbarkeit unserer Straßen-Infrastruktur durch unsere Erhaltungstätigkeiten zu verlängern. In unserer Werkstätte machen meine Mitarbeiter anfallende Arbeiten zu 95 Prozent selbst und im Winterdienst geben wir gar keine Aufträge an andere. Das ist anderswo auch nicht mehr üblich. Die Basis für freie Straßen und gute Schneeräumung wird im Sommer gelegt."

60 Arbeiter auf
300 Kilometern beschäftigt

Es gibt keine speziellen Kolonnen für bestimmte Abschnitte. Jeder der 60 Mitarbeiter kennt alle Straßen des 300 Kilometer großen Netzes - was Gehsteige, Wassersituation, Hänge, Tunnel, Brücken, Anrainer und dergleichen betrifft.

Mußbacher: "Wir verschließen im Sommer Fugen auf den Straßen. Gerade Abschnitte in Richtung Goldegg sind aktuell richtige Spinnennetze. In den nächsten Jahren stehen sicherlich da und dort umfangreiche Deckensanierungen an. Wir versuchen aber, wo es geht, hohe Folgekosten zu sparen. Ein Beispiel dafür ist das Abfräsen von Spurrillen im Bereich Gigerach."

Sanierungsprogramm

an Land übermittelt

Die Pongauer haben dem Land hinsichtlich Sanierungsmaßnahmen ein Zehn-Punkte-Programm vorgelegt. Der Straßenmeister: "Augenscheinlich ist der Handlungsbedarf in Filzmoos und auf der Umfahrung Bischofshofen - wo der untere Bereich zu uns, der obere zur ASFINAG gehört. Wir sind immer wieder mit Bankettarbeiten beschäftigt. Wenn Schwerlastwagen über den Straßenrand kommen, werfen sie Rinnen auf, wo Wasser ,angreifen' und Fahrbahnen unterspülen könnte. Wir sind froh, dass die Mittel für die Straßensanierung vom Land aufgestockt wurden. Wie weit der Pongau Berücksichtigung findet, wird sich erst zeigen."

Einnahmequellen wären die Radarstationen am Straßenrand. Solche stehen wegen der Unfallhäufigkeit im Bereich Laudersbach in Altenmarkt und im Schönbergtunnel in Schwarzach. Mußbacher: "Hin und wieder muss man schon den Kopf schütteln, wie rücksichtslos Autofahrer an Baustellen vorbeirasen, wo unsere Leute arbeiten. Das ist unverantwortlich. Selbst bei Tunnelsperren fahren manche durch und erklären uns dann, dass sie ihr Navigationsgerät hierher gelotst habe. ,Beinaheunfälle' gab es einige, aber eben zum Glück bislang nur beinahe. Jene, die markant zu schnell fahren, sind übrigens Einheimische."

Auf die Frage, ob es denn schwer sei, Mitarbeiter für die Straßenmeisterei zu bekommen, betont Mußbacher zufrieden: "Bei uns in den Gebirgsgauen noch nicht. Es bewerben sich zwar weniger als früher, aber immer noch genug und handwerklich stets sehr gute Leute. Unser Arbeitsgebiet ist sehr abwechslungsreich und vielfältig."

West-Strömung wird bevorzugt

In diesen Tagen beginnt für die Schneeräumer die "heiße Phase". Mußbacher stellt bei intensivem Schneefall einen Einsatzleiter ab. Mit seinen Kollegen verständigt er sich hinsichtlich Wettervorschau: "Südost-Strömung ist unangenehmer, da die Niederschlagssituation nicht so genau erkannt werden kann. West-Strömung hingegen ist unsere Niederschlag bringende Strömung und macht uns Arbeit bei der Schneeräumung im Erhaltungsgebiet." Der Klimawandel ist für die Straßenmeister auch ein Thema: "Rascher Wetterwechsel bereitet uns Kopfzerbrechen. Ideal wäre starker Schneefall und dann wochenlang ein schöner, kalter Winter. Es kommt aber oft anders, es wechseln warme Phasen mit regennassen. Das Gefrieren und Auftauen hält uns auf Trab."

Aufgerufen am 10.12.2018 um 02:01 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/viel-sanierungsbedarf-auf-pongaus-strassen-62142424

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